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Leserbrief

. . . Möller fällt verletzt aus

Vor dieser schlechten Nachricht hatten Möller und Basler im Beisein von Vogts ihre Differenzen ausgeräumt. Nach dem 3:1 vor drei Wochen in Nordirland hatten sich beide ein verbales, über die Medien vermitteltes "Fernduell" über ihre taktischen Eignungen geliefert. "Ich habe mich entschuldigt. Aber meine Aussage, Mario wäre ein Außenläufer, ist falsch verwendet worden", sagte Möller. Basler, der nach dem Ausfall des Dortmunders einen sicheren Stammplatz für die Partie im ausverkauften Olympiastadion erhielt, akzeptierte: "Wir hatten in gutes Gespräch. Das Thema ist erledigt." Vogts, der sich auch mit dem in Nordirland ausgebooteten, nun aber wieder berufenen Stefan Reuter aussprach, berichtete von der Unterhaltung der beiden "Streithähne": "Ich war beeindruckt von dem Gespräch."

Häßler spielt von Anfang an

Möller konnte dies wenig trösten. "Ich bin hierher gekommen mit dem Willen, um jeden Preis zu spielen. Aber die Mediziner haben gesagt, daß das Risiko viel zu groß ist", erklärte er. Möller muß befürchten, daß die Kapselverletzung an der rechten Schulter, die er sich nach einem Foul des Stuttgarters Marco Haber zugezogen hatte, auch einige Bundesliga-Einsätze für Borussia Dortmund und sein Mitwirken in der ersten Champions-League-Partie bei Galatasaray Istanbul (17. September) verhindert. "Wenn mir jetzt noch etwas an der Schulter passiert, muß sie operiert werden, und das will ich natürlich nicht", sagte der Mittelfeldakteur, der zur Behandlung bei der Mannschaft bleibt. Für ihn wird zunächst kein Spieler nachnominiert. Erst am Samstag soll sein Teamkollege Lars Ricken nach dem U-21-Spiel des DFB gegen Portugal am Freitag zur A-Mannschaft stoßen.

Auch beim 3:1 über Bulgarien im November 1995 in Berlin, mit dem das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Tür zur Europameisterschaft aufstieß, fehlte Möller wegen Verletzung. "Berlin hat für mich ein bißchen einen Negativtouch. Letztmals Glück hatte ich hier 1989 mit Dortmund im Pokalfinale", klagte er. Mit seiner Absage befreite der am Dienstag 30 Jahre alt gewordene Hesse den DFB- Chefcoach allerdings von der Entscheidung, aus dem Mittelfeldtrio Möller/Basler/Häßler zwei Akteure auszuwählen.

Wie gegen Bulgarien vor zwei Jahren sollen Basler und Häßler das Spiel gegen die Portugiesen ankurbeln. "Mit Sicherheit werde ich den Berlinern ihren Sohn von Anfang präsentieren", bestätigte Vogts den Einsatz von Häßler, der in Belfast als Einwechselspieler mit seinen Vorlagen den Sieg vorbereitete.

Portugiesen müssen unbedingt gewinnen

Die Portugiesen stehen in der Qualifikationsgruppe 9 stark unter Druck. "Sie müssen unbedingt gewinnen, ein Unentschieden reicht ihnen nicht. Sie müssen eigentlich das Spiel machen, aber sie werden uns wohl agieren lassen und auf unsere Fehler warten", sagte Vogts und meinte: "Das wird sehr schwer." Der Bundestrainer sieht aber nicht nur auf dem Gegner, sondern auch auf seinem Kapitän großen Erfolgszwang lasten.

Jürgen Klinsmann, der in den letzten neun Länderspielen kein Tor mehr geschossen hat, gab ohne Umschweife zu: "Ich weiß, daß ich unter extremen Druck stehe. Ich muß damit leben, daß Stürmer an Toren gemessen werden." Vogts hatte in der vorigen Woche gesagt, bei anhaltender Torflaute müsse er Klinsmann bald "einmal schützen und herausnehmen", aber noch sei es "nicht so weit". In Berlin, wo neben Klinsmann mit großer Wahrscheinlichkeit "Hattrick"-Schütze Oliver Bierhoff vorne spielen wird, warb Vogts für Verständnis für den Torjäger mit Ladehemmung. "Er hinterläßt auf dem Trainingsplatz einen hervorragenden Eindruck. Ich bitte um Fainess für ihn, man muß auch sehen, was er für die Mannschaft tut", sagte Vogts und wiederholte sein Anliegen noch einmal: "Ich appelliere an die Medien und die Zuschauer, bei der Bewertung von Jürgen Klinsmann fair zu sein." Gregor Derichs und Oliver Hartmann; Fotos: Reuters

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Letzte Änderung: 04.09.1997 00:02 von jp