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Start in den Weltraum Mitte 1999 geplant

ESA schickt Riesenteleskop ins All

Immenstaad (AP) Die europäische Weltraumorganisation ESA will ein neues Bild vom Sternenhimmel zeichnen. Mitte 1999 soll das größte und leistungsstärkste Röntgenteleskop der Welt mit der Trägerrakete Ariane 5 ins All geschossen werden. Die zum Daimler- Konzern gehörende Dornier Satellitensysteme stellte am Donnerstag in Immenstaad am Bodensee das erste Modell des Röntgensatelliten XMM vor, der die Entwicklungs- geschichte des Universums erforschen soll. Beeindruckend sind vor allem die Ausmaße des Teleskops, das es auf eine Länge von fast elf Metern und ein Gewicht von annähernd vier Tonnen bringt.

Den Angaben zufolge soll XMM (X-ray Multi Mirror) demnächst vom Bodensee mit einem Spezialtransporter zum ESA-Testzentrum ins niederländische Noordwijk gebracht werden. Dort muß es seine erste große Bewährungsprobe bestehen. Eine umfangreiche Testreihe soll nachweisen, daß der Koloß die im Entwurf vorgesehenen Leistungsdaten auch tatsächlich erreicht und daß die empfindliche Meßapparatur die Belastungen des Ariane-Starts unbeschadet übersteht.

450 Millionen Mark für einen Blick ins All

Um die ehrgeizige ESA-Vorgabe einer kompletten Satellitenentwicklung innerhalb eines Zeitraums von nur 38 Monaten zu erreichen, sollen parallel zwei weitere Entwicklungsmodelle und anschließend sofort der flugtüchtige Satellit gebaut werden. XMM wurde unter der Führung von Dornier von einem Konsortium aus 35 europäischen Firmen entwicelt. Der ESA-Auftrag hat den Angaben zufolge einen Gesamtwert von 450 Millionen Mark.

Wie Entwicklungsingenieure von Dornier mitteilten, erhofft sich die Wissenschaft weitere Erkenntnisse für die Röntgenastronomie, beispielsweise über die Existenz der sogenannten Schwarzen Löcher. Viele Sterne, die im Röntgenlicht strahlen, können von der Erde aus nicht beobachtet werden, weil die Atmosphäre als undurchlässiger Filter wirkt. Dabei handelt es sich vor allem um Sterne im Endstadium ihrer Entwicklung, wo sie umgebende Gaswolken auf Temperaturen von Millionen Grad erhitzt werden. Phänomene, die bei diesen Sternexplosionen beobachtet werden können, sind die Schwarzen Löcher oder Supernova-Überreste.

Alles durchdringende Röntgenstrahlen

Nach dem Willen der Weltraumexperten soll XMM das Universum im Röntgenspektrum von einer erdfernen Bahn aus erforschen. Um die alles durchdringenden Röntgenstrahlen auf die wissenschaftlichen Instrumente ausrichten zu können, müssen sie in einer speziellen rohrförmigen Spiegelanordnung unter extrem flachem Winkel reflektiert werden. Wie es hieß, besteht ein XMM Spiegelsystem aus 58 konzentrisch angeordneten Spiegeln, um möglichst viele Röntgenstrahlen zu sammeln. In seinem Rohr von etwa zwei Metern Durchmesser enthält das Teleskop vom Bodensee gleich drei derartiger Spiegelsysteme und erreicht im Verhältnis zu früheren Projekten eine enorme Empfindlichkeit. Fotos: ESA, AP

Informationen von der ESA
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Letzte Änderung: 05.09.1997 00:02 von ar