IVWPixel Zählpixel
Home
Sport | Ticker | Bundesliga | Formel 1
Leserbrief

Klasse statt Masse in der Jubiläums-Saison - 33 Ausländer verpflichtet

"Handball-Weltliga" rüstet weiter auf

Neuss (sid) Die "Handball-Weltliga" rüstet weiter auf. Vor der Jubiläums-Saison der Bundesliga, der 20. seit Gründung 1977/78, haben die Manager erfolgreich Jagd auf neue Weltstars, Weltmeister oder Europapokalsieger gemacht. Sie handelten frei nach dem Motto "Noch mehr Klasse für noch mehr Kasse" - und das mit Erfolg.

Die 16 Vereine der Eliteliga wurden wie schon im Vorjahr nach dem spektakulären Bosman-Urteil im Ausland fündig. Von 55 neuen Bundesligaspielern besitzen 33 einen ausländischen Paß. Damit ist die Zahl der Handballer, die nicht in Deutschland geboren wurden, um 36 Prozent angestiegen.

"Welthandballer" Duschebajew gegen "Sprungwunder" Perunicic

So gibt es nur noch wenige Superstars, die nicht in der Superliga spielen. Die neuen "Hochkaräter" sind der "Welthandballer des Jahres" Talant Duschebajew (TuS Nettelstedt) und das jugoslawische 2,03 m-"Sprungwunder" Nenad Perunicic (Foto oben, THW Kiel). Euro-City-Cupsieger Nettelstedt und Kiel griffen für die beiden Weltklassespieler tief in die Tasche und lassen sich die Aktion jeweils rund 400.000 Mark pro Jahr kosten.

"Die Identifikation läuft übers Trikot", erklärt Nettelstedts Manager Karl-Heinz Tiemeyer. Da müsse man ganz einfach "europäisch denken". Gesagt, getan. Nach der spektakulären Verpflichtung von Duschebajew sowie Geir Oustorp (Norwegen) und Tomas Mocsai (Ungarn) stehen bei Nettelstedt sieben Ausländer im 14er-Kader.

"Sternmarsch" der internationalen Profis

Eine komplett neue Mannschaft hat die SG Hameln verpflichtet. Die "Europa-Auswahl" des Klubs bilden der Russe Wassili Kudinow, der Jugoslawe Dragan Skrbic, die Spanier Inaki Ordonez und Fernando Bolea sowie der Franzose Christian Gaudin. Bei GWD Minden stehen in Vlado Sola, Robert Hedin, Stephane Stoecklin, Magnus Andersson und Tomislav Farkase ein halbes Dutzend ausländischer Spieler auf der Gehaltsliste. Vizemeister SG Flensburg-Handewitt setzt bei der Jagd um den Titel auf "Nordlichter" aus Dänemark und Norwegen, Aufsteiger LTV/WSV Wuppertal mit vier Spielern auf den "Island-Effekt".

An der Spitze kein Kaufrausch

Transfers von deutschen Nationalspielern fielen kaum auf. In Markus Baur (von Wallau-Massenheim nach Niederwürzbach), Sven Lakenmacher (von Großwallstadt nach Nettelstedt), Henning Siemens (von Düsseldorf nach Kiel) und Mark Dragunski (von Essen nach Nettelstedt - Foto rechts, im DHB-Trikot) wechselten vier DHB-Auswahlspieler den Verein.

Die Spitzenklubs, Triple-Gewinner TBV Lemgo, "Vize" SG Flensburg-Handewitt und Exmeister Kiel, beteiligten sich nicht am allgemeinen Kaufrausch. Lemgo verstärkte sich nur mit dem Schweden Andreas Larsson (TuS Schutterwald), Flensburg mit dem Norweger Frode Hagen und dem Dänen Morten Bjerre, Kiel mit "Wunschspieler" (Manager Uwe Schwenker) Perunicic und Linkshänder Siemens. von Joachim Neußer

Home
Sport | Ticker | Bundesliga | Formel 1
Leserbrief


Letzte Änderung: 11.09.1997 00:02 von jp