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Leserbrief

... Effenberg freigesprochen

Im Schwurgerichtssaal des Mönchengladbacher Landgerichts räumte Effenberg jedoch im Verlauf der Verhandlung ein, den Volltrunkenen in der Nacht zum 1. Dezember letzten Jahres mehrfach mit den Füßen angetippt zu haben, um ihn zum Aufstehen zu bewegen. Auch Effenbergs mitangeklagte Ehefrau Martina beteuerte im voll besetzten Verhandlungssaal A 100, sie und ihr Mann hätten den Metallarbeiter nicht mißhandelt.
Das mutmaßliche Opfer selbst sagte im Gerichtssaal, er könne sich nicht oder nur verschwommen an die Geschehnisse in der Tatnacht vor dem Hause der Effenbergs in Niederkrüchten-Heyen erinnern. Seiner Frau habe er damals gesagt: "Mama, laß mich in Ruhe, ich kann mich an nichts erinnern", erklärte er im Zeugenstand. Auch die Polizeibeamten, die den 56jährigen in der Nacht nach Hause gefahren hatten, sagten als Zeugen, der Mann habe damals weder über Verletzungen geklagt, noch irgendjemanden wegen Gewalttätigkeiten beschuldigt.

Mit diesen Lego-Figuren der Angeklagten, des Klägers und der Zeugen versuchte der Richter, sich Klarheit über den jeweiligen Standort der Prozeßbeteiligten zu verschaffen. Foto: AP

"Leicht mit dem Fuß angestoßen"

Eine Nachbarin des Fußballstars bestätigte am Mittwoch als Zeugin die Aussagen der Effenbergs. Danach soll der 56jährige auf dem Grundstück der Effenbergs mehrfach schwer gestürzt sein. Später habe der 29jährige Fußballer den Volltrunkenen mehrfach leicht mit dem Fuß angestoßen und ihn aufgefordert, das Grundstück zu verlassen.

Eine andere Nachbarin behauptete dagegen im Zeugenstand, Effenberg und seine Frau hätten den am Boden hockenden Mann mehrfach in die Seite getreten. Die Frau machte jedoch widersprüchliche Aussagen über den Zeitpunkt des Geschehens und über die Körperteile, in die der Fußballer den Betrunkenen getreten haben soll.

"Vor dem Gestank" des Mannes zurückgewichen"

Stefan Effenberg sagte aus, der 56jährige habe damals völlig betrunken und verdreckt vor der Tür seines Hauses gelegen. Von einem Restaurantbesuch zurückgekehrt, hätten sie den Mann bei Minustemperaturen gefunden. "Ich habe ihn mit der Fußsohle einmal am Oberschenkel angetippt", sagte der 29jährige. Damit habe er den Reglosen zum Aufstehen ermuntern wollen. Die Bitte des Betrunkenen, ein Taxi zu rufen, lehnte Effenberg nach eigener Aussage mit den Worten ab: "So wie du aussiehst, nimmt dich kein Taxi mit."

Der Mann habe sich dann "auf allen Vieren kriechend davonbewegt", sagte Effenberg weiter. Ein Nachbar habe den Betrunkenen auf eine Gartenbank gesetzt, schließlich sei er von der inzwischen eingetroffenen Polizei abtransportiert worden. Martina Effenberg bestätigte auf Fragen von Richter Bernd Geiger-Battermann diesen Tathergang. "Mit entblößtem Hintern" habe der Mann in ihrer Hausauffahrt gelegen, sie sei "vor dem Gestank" zurückgewichen.

Dem Ehepaar wurde vorgeworfen, damals gegen 2.15 Uhr den Metallarbeiter mehrfach in den Bereich des linken unteren Rippenbogens getreten und ihn dabei beschimpft zu haben. Das mutmaßliche Opfer will durch die Tritte Verletzungen erlitten haben, die ihn etwa drei Wochen schmerzten, die er aber aus Sorge um seinen Arbeitsplatz nicht weiter ärztlich behandeln ließ.
Foto: AP

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Letzte Änderung: 25.09.1997 00:02 von ar