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Leserbrief

Ursachen des Fallschirm-Unglücks sind noch unklar

"Es kann keiner richtig nachvollziehen"

Halle (dpa) - Ein Fallschirmabsprung zu Beginn eines Fußballspiels hat in Halle eine Tragödie ausgelöst: Vier Menschen kamen am Freitag abend ums Leben, als ein Fallschrimspringer wie ein Stein in eine Menschenmenge vor dem Fußballstadion fiel.


Ein anderer Springer landet sicher im Stadion
 
Auch am Sonntag war noch unklar, warum sich weder Fallschirm und noch Rettungsschirm des 37jährigen, erfahrenen Springers des Flugsportvereins SC Halle-Opin nicht öffnete. Experten des Luftfahrtbundesamt beendeten ihre Arbeit vor Ort und kehrten nach Braunschweig zurück. Mit der Bekanntgabe von Untersuchungsergebnissen werde nicht vor Montag gerechnet. Drei der sechs Verletzten lagen weiterhin im Krankenhaus.

Mit 200 km/h aufgeprallt

Insgesamt zehn Fallschirmspringer waren am Freitag über dem Stadion abgesprungen, um zum Anpfiff den Ball für das Oberliga- Fußballspiel zwischen dem Halleschen Fußballclub (HFC) und dem VfL 96 auf das Feld zu bringen. Der 37jährige, bei dem sich der Fallschirm nicht öffnete, stürzte mit mindestens 200 Kilometern pro Stunde in die Menge, die vor dem Stadion wartete. Dabei riß er drei junge Fußballfans im Alter von 18, 21 und 28 Jahren mit in den Tod.

"Wer würde je damit rechnen . . ."

Ein Meer von Blumen kündete am Sonntag an der Unglücksstelle vor dem Kurt-Wabbel-Stadion von der Trauer der Hallenser. Kerzen leuchteten zum Gedenken. Sportler hatten ihre Trainingsjacken ausgebreitet. Inmitten der Trauersträuße ein Plüschteddy und ein Zettel: "Wir kannten Euch nicht, doch wir trauern um Euch vier". Zahlreiche Spaziergänger verharrten nachdenklich und still an der Unglücksstelle. "Wer würde je damit rechnen, daß einer zum Fußball geht und nicht mehr heimkommt", sagte eine junge Frau.

Die Sportkameraden des verunglückten Familienvaters, der im FSC Halle-Oppin auch als Ausbilder tätig war, suchten nach einer Erklärung für das Unglück. "Es kann hier keiner so richtig nachvollziehen, was passiert ist", sagte Michael Bär vom FSC. Rahmenprogramme mit Fallschirmspringern bei Sportveranstaltungen seien nicht außergewöhnlich. "Das ist im Normalfall eine total sichere Sportart", sagte der Ehemann der mehrfachen Weltmeisterin Denise Bär.

An Schauspringen dürften ohnehin nur erfahrene und trainierte Leute teilnehmen. Unklar sei vor allem, warum der Rettungsschirm sich nicht öffnete. Rettungsschirme dürften nur von speziell ausgebildeten Leuten gepackt und müßten regelmäßig gewartet werden.

Erstspringerin abgestürzt

Einen Tag nach dem Unglück in Halle kam es in Niedersachsen zu einem weiteren tödlichen Zwischenfall beim Fallschirmspringen: Eine 35jährige Frau geriet bei ihrem ersten Sprung aus 1.200 Metern Höhe am Samstag laut Polizei ins Trudeln und stürzte trotz geöffneten Fallschirms in den Tod. Foto: AP

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Letzte Änderung: 29.09.1997 00:02 von jo