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Köstner vor Vertragsabschluß

Ära Peter Neururer in Köln beendet

"Öffentlicher Druck zu groß" - Interimstrainer Güttler und Herings

Köln (sid) Die Ära Peter Neururer beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln ist nach 17 Monaten beendet. FC-Präsident Klaus Hartmann zog am Dienstag den lange erwarteten Schlußstrich: "Unbefriedigende sportliche Erfolge und wachsender öffentlicher Druck lassen für die Zukunft keine erfolgversprechende Arbeit mehr erwarten. Herr Neururer wird von seinen vertraglich festgelegten Aufgaben mit sofortiger Wirkung entbunden."

Seine Uhr ist abgelaufen: Peter Neururer
Neururer sagte: "Über die Abfindung haben wir nicht gesprochen." Mit der Entlassung von Neururer zogen die Kölner zwei Tage nach dem 0:1 beim Schlußlicht Hertha BSC Berlin die Konsequenzen aus der anhaltenden Negativserie, die mit der verpaßten Teilnahme am Uefa-Pokal begann und zuletzt mit drei Niederlagen in Folge und dem Sturz auf den 17. und vorletzten Tabellenplatz den unrühmlichen Höhepunkt erfuhr.

Bis zur Verpflichtung des Nachfolgers Lorenz-Günter Köstner vom Zweitligisten Spielvereinigung Unterhaching werden Neururers Co-Trainer Günter Güttler und Konditionstrainer Rolf Herings die "Geißböcke" betreuen. Köstner bestätigte den Wechsel nach Köln ("Es sind nur noch Kleinigkeiten zu klären"), will Unterhaching aber noch am Sonntag gegen den SC Freiburg betreuen. Deshalb mußte FC-Präsident Klaus Hartmann auch offen lassen, wer gegen Hansa Rostock auf der Kölner Bank sitzen wird. Köstner soll in Köln einen Ein-Jahres-Vertrag erhalten.

Verhandlungsrunde mit Hindernissen

Der Nachfolger: Lorenz-Günter Köstner
Nach langen und zähen Verhandlungsrunden bis in den späten Montag abend hinein stand fest, daß Neururer in Köln keine Zukunft haben wird. Die abendliche "Routinesitzung", die der dritte Vorsitzende Dr. Bernd Steegmann angekündigt hatte, wurde zu einer Verhandlungsrunde mit Hindernissen. Gegen 19.30 Uhr hatten Präsident Klaus Hartmann, Sportdirektor Carl-Heinz Rühl und Geschäftsführer Wolfgang Loos das "Geißbockheim" verlassen.

Nur 30 Minuten später kam "Vize" Worms, wartete vor laufenden Kameras auf seine Kollegen und fuhr wutschnaubend ("Jetzt habe ich aber genug") von dannen. Der dritte Vorsitzende Steegmann wartete vergeblich vor Hartmanns Haus in Köln-Lindenthal und trat "verärgert" und ohne Ergebnis die Heimreise an.

Vorstand lehnte "Toni" Schumacher ab

Hartmann, Rühl und Loos saßen unterdessen mit dem designierten Hartmann-Nachfolger Albert Caspers und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Franz-Josef Geimer zusammen. Caspers, Aufsichtsratsvorsitzender des Hauptsponsors Ford, soll im Dezember zum FC-Präsidenten gewählt werden. Caspers erteilte seine Zustimmung, der Top-Manager hatte zuletzt höchstpersönlich auf der Ablösung Neururers bestanden. Aus Insiderkreisen verlautete schon am Montag abend, daß Neururer seine Entlassungspapiere erhalten werde. Der in Köln ebenfalls als Neururer-Nachfolger gehandelte Ex-Nationaltorwart Harald "Toni" Schumacher wurde vom FC-Vorstand dagegen abgelehnt. FC-Präsident Klaus Hartmann votierte gegen Schumacher, weil er dem Co-Trainer von Champions-League-Gewinner Borussia Dortmund den Cheftrainer-Job in Köln in der derzeit angespannten Situation nicht zutraut.

Für Schumacher hatte sich im Verwaltungsrat vor allem Wolfgang Overath stark gemacht. Die Fußball-"Ikone" Kölns, der es abgelehnt hatte, Präsident des Traditionsvereins zu werden, konnte sich mit seinem Vorschlag aber nicht durchsetzen. Schumacher hatte stets jeden Kontakt mit dem Kölner Vorstand dementiert: "Mit mir hat niemand vom FC offiziell verhandelt." Neururers Beurlaubung ist in der laufenden Bundesliga-Saison die zweite vorzeitige Trennung von einem Chefcoach. Bereits am 20. August war Hans-Jürgen Dörner bei Werder Bremen entlassen worden. Seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 wurden nunmehr 228 Trainer-Entlassungen vollzogen. Fotos: dpa

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Letzte Änderung: 02.10.1997 00:02 von jp