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Chronologie:

Die Entführung und Ermordung Jakub Fiszmans

Frankfurt/Main (dpa) - Ein Jahr nach der Entführung und späteren Ermordung des Frankfurter Unternehmers Jakub Fiszman stehen die mutmaßlichen Täter Rainer und Sven Körppen vor Gericht. Laut Anklage haben Vater und Sohn außerdem bereits 1991 einen Neffen Fiszmans entführt. Eine Chronologie:

16. Januar 1991:

Der sechsjährige Peter Fischmann, Neffe Jakubs und Sohn dessen Bruders Georg, wird gemeinsam mit seiner Schulfreundin Lisa Abels (7) in Köln von drei Männern entführt.

19. Januar 1991:

Die beiden Kinder werden freigelassen. Ob das Lösegeld in Höhe von 2,1 Millionen US-Dollar jemals gezahlt worden ist, bleibt unklar.

1. September 1993:

Unbekannte kidnappen den Junior-Chef eines Offenbacher Fleischgroßhandels, Achim Heftrich. Die Erpresser verlangen zwei Millionen Mark. Einen Tag nach der Geldübergabe wird das Opfer freigelassen.

1. Oktober 1996:

Der Multimillionär Jakub Fiszman wird in Frankfurt entführt und dabei verletzt. Die Behörden bewahren Stillschweigen über den Fall.

2. Oktober 1996:

Fiszman meldet sich per Telefon bei einer "Kontaktperson". Er werde in einem Keller gefangengehalten. Die Entführer verlangen 3,5 Millionen Mark Lösegeld.

4. Oktober 1996:

Zwei offensichtlich auf Tonband gesprochene Nachrichten des Entführten lassen Zweifel aufkommen, ob Fiszman noch lebt. Familie und Polizei verlangen ein weiteres Lebenszeichen vor der Geldübergabe. Fiszman ist zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

10. Oktober 1996:

Das Lösegeld von vier Millionen Mark wird an der vereinbarten Stelle abgelegt und von den Tätern abgeholt.

12. Oktober 1996:

Das hessische Landeskriminalamt entschließt sich zum Schritt an die Öffentlichkeit.

16. Oktober 1996:

Razzia im Morgengrauen. Die Polizei nimmt drei Männer und zwei Frauen fest, das komplette Lösegeld wird im Garten von Rainer Körppens Eltern in Wiesbaden ausgegraben.

17. Oktober 1996:

In einem unwegsamen Waldgelände suchen über 500 Polizisten nach Fiszman. Gegen Rainer Körppen und seinen Sohn Sven ergeht Haftbefehl. Die drei weiteren Verdächtigen, darunter Körppens Ex-Frau, kommen mangels Tatverdacht auf freien Fuß.

18. Oktober 1996:

Sven Körppen legt ein Teilgeständnis ab und beschuldigt seinen Vater.

19. Oktober 1996:

Die Polizei findet auf Grund der Aussage Sven Körppens und mit Hilfe von Spürhunden die bereits stark verweste Leiche Fiszmans im Taunus. Erst eine Analyse des Erbguts gibt letzte Sicherheit, daß es sich tatsächlich um den Entführten handelt.

20. Dezember 1996:

Die Haftbefehle gegen die Körppens werden um die Entführungen von Köln und Offenbach erweitert.

2. Oktober 1997:

Der Prozeß gegen die beiden mutmaßlichen Entführer beginnt vor dem Frankfurter Landgericht. Rainer Körppen ist wegen Mordes angeklagt, sein Sohn wegen Beihilfe zum Mord. Beiden wird außerdem erpresserischer Menschenraub in zwei Fällen vorgeworfen.

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Letzte Änderung: 04.10.1997 00:02 von aj