IVWPixel Zählpixel
Home
News-Ticker | Wetter | Karikatur
Leserbrief

Hochzeit auf den Spuren von Sissi

Paul Georg von Habsburg heiratet in Budapest Eilika von Oldenburg

Budapest (AP) - Unter den Augen des europäischen Adels und Hochadels haben der jüngste Enkel des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers Karl I. und seine Braut aus dem deutschen Herzogshaus Oldenburg am Samstag in Budapest geheiratet. Rund 2.000 Menschen jubelten, als Paul Georg von Habsburg, Erzherzog von Österreich, seine Braut Eilika Helene Jutta Clementine von Oldenburg vor dem prunkvollen Kuppelbau der Stefansbasilika in der Mittagssonne küßte.

In einem hochgeschlossenen Kleid mit mehr als zwei Meter langer Schleppe wurde die 25jährige Eilika von ihrem Vater Johannes zum Altar geführt. Der Schleier ist ein Erbstück der Familie, das ihre Urgroßmutter 1896 bereits bei ihrer Hochzeit getragen hatte. Die Traumesse wurde vom ungarischen Erzbischof Istvan Seregely und dem deutschen evangelischen Geistlichen Bruno Vahl auf deutsch und ungarisch gehalten.

Aufgewachsen in Deutschland hat der 32jährige Bräutigam seit seinem Umzug nach Budapest 1993 eine enge Bindung zu Ungarn aufgebaut. Der sechs Sprachen sprechende Paul Georg, siebtes Kind des Europaabgeordneten Otto von Habsburg, wurde im vergangenen Dezember von Ministerpräsident Gyula Horn zum Sonderbotschafter Ungarns ernannt, der sich unter anderem um die Aufnahme des Landes in die Europäische Union bemühen soll.

Hochzeitsessen im Feinschmeckertempel Gundel

Zu den Gästen zählten unter anderem König Hassan von Marokko, Prinz Albert von Monaco, Prinz Felipe von Spanien, Prinz Laurent von Belgien und Mitglieder der Häuser Hohenzollern, Liechtenstein, Windisch-Grätz sowie 70 Habsburger und Oldenburger. Die meisten Länder waren durch ihre Botschafter in Ungarn vertreten. Die politische Führung erschien mit Horn an der Spitze sowie mehreren Ministern und führenden Mitgliedern der Parteien. Papst Johannes Paul II. schickte den Frischvermählten seine besten Wünsche.

Anschließend fand im Museum für bildende Künste im Budapester Stadtwäldchen ein Empfang statt, gefolgt vom Hochzeitsessen im nahegelegenen Feinschmeckertempel Gundel, wo die Palatschinken a la Gundel erfunden wurden. Gespeist wurde Lachs und Fogasch, eine Fischspezialität vom Plattensee, sowie mit Spinat gefülltes Huhn, Fasanenbrust mit Gänseleber und nicht zuletzt die 1,80 Meter hohe und 100 Kilogramm schwere Hochzeitstorte.

Zuvor Sissis Lieblingsschloß Gödöllö besucht

Am Freitag wandelte das Paar auf den Spuren der Donaumonarchie in Ungarn. Nach der standesamtlichen Trauung im Rathaus von Gödöllö bei Budapest besuchten sie das inzwischen renovierte Schloß, das der liebste Aufenthaltsort von Kaiserin Elisabeth von Österreich gewesen war. Die als Sissi bekannte Königin von Ungarn war die Frau des vorletzten Kaisers Franz Joseph, der Österreich während des Ersten Weltkrieges regiert hatte und in seiner langen Regentschaft den Zerfall des Reiches miterleben mußte. Nach ihm wurde Karl I. für zwei Jahre Kaiser - bevor das Zeitalter der Habsburger, das mit König Rudolf 1273 begann, auf dem Thron endgültig zu Ende war und Österreich zur Republik wurde. Am Freitag abend feierte das Paar den Brautabend in der Budapester Burg Vajdahunjad im Stadtwäldchen.

Kennengelernt haben sich die beiden vor einigen Jahren in Bayern; die Verlobung wurde im Februar bekanntgegeben. Nach all der Öffentlichkeit steht dem jungen Paar nun der Sinn nach Ruhe. Paul Georg, von den Ungarn inzwischen liebevoll "Gyuri" genannt, sagte einem Radiosender, die Hochzeitsreise gehe irgendwohin, "wo es warm ist und wo es keine Telefone gibt". Foto: AP

Home
News-Ticker | Wetter | Karikatur
Leserbrief


Letzte Änderung: 19.10.1997 17:28 von aj