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Leserbrief

50. "Bambi"-Verleihung:

Holländischer Charme
stahl Hollywood die Show

Köln (dpa) - Die 50. "Bambi"-Verleihung sollte eigentlich im Glanz von Hollywoodstar Harrison Ford und den "Spice Girls" besonders hell strahlen, doch die Show stahl allen der 93jährige Johannes Heesters. Holländischer Charme alter Schule triumphierte über Hollywood: Der rüstige Schauspieler, der am Samstag abend in Köln einen "Ehren- Bambi" für sein Lebenswerk bekam, hielt nicht nur eine ausführliche Dankesrede, in der er mehrfach betonte, daß er noch bis zu seinem 100. Geburtstag Theater spielen wolle. Er stimmte auch ungefragt ein Lied nach dem anderen an. Zum Schluß brachte er die 650 Gäste - darunter viele Künstler, Politiker, Stars und Sternchen - in der Kölner Messe sogar noch dazu, mit ihm ein holländisches Liedchen anzustimmen.

"Ich bin froh, daß Sie mich nicht vergessen haben", rief er schalkhaft. Das Publikum belohnte ihn mit minutenlangem Applaus. Da war es auch egal, daß Heesters zur Preisübergabe nicht die Bühne erklimmen konnte. Joachim Fuchsberger stieg mit dem goldenen Reh in der Hand gern zu ihm herab. Hollywoodstar Harrison Ford ("Air Force One") zollten die Gäste ebenfalls großen Respekt, der die Auszeichnung in der Kategorie "Film international" erhielt. Die US-Boygroup "N'Sync" und die englische Girlie-Band "Spice Girls" sorgten dafür, daß die in schwarzen Limousinen vorfahrenden Gäste in der Kölner Messe von hunderten kreischender Teenager empfangen wurden. Wegen einer Virus-Infektion konnten die britischen Stars aber keinen Song darbieten.

Hinter der Bühne nicht nur Nettigkeiten

Als "Anchorman" des Jahres durfte RTL-Nachrichtenmann Peter Kloeppel einen "Bambi" mit nach Hause nehmen. Er hatte bei einer Leserwahl des Burda-Verlages unter anderem "Tagesthemen"-Moderatorin Sabine Christiansen aus dem Feld geschlagen. Insgesamt wurden im dem festlichen Saal der Kölner Messe 18 "Bambis" verliehen, auch an den Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich und die Bestseller-Autorin Rosamunde Pilcher.

Hinter den Kulissen blieb es allerdings nicht bei Nettigkeiten. Die Nachwuchsmoderatorin Verena Feldbusch, die im stark enthüllenden Abendkleid erschienen war, mußte sich Mühe geben, gehässige Bemerkungen kritischer Geschlechtsgenossinnen zu überhören. "Ach, wie süß", flötete eine ältere Dame spöttisch, als ein Sänger der ebenfalls ausgezeichneten US-Boygroup "N'Sync" auf der Bühne artig seiner Mami für ihre Unterstützung dankte.

Ein Bambi auch für Schmidt

Der Burda-Verlag hatte den "Bambi" in diesem Jahr erstmals in 18 unterschiedlichen Kategorien verliehen, was in Köln auch unter den Gästen für eine bunte Mischung sorgte. Der Kassenknüller "Air Force One" erhielt gleich zwei "Bambis", neben Hauptdarsteller Harrison Ford (Foto, mit Armin Müller-Stahl) nahm auch Regisseur Wolfgang Petersen ("Das Boot") die begehrte Trophäe in Empfang. In der Kategorie "Film National" hatte sich die Jury für Heiner Lauterbach entschieden.

Außerdem zierten die Modeschöpferin Jil Sander, Eros Ramazotti und Andrea Bocelli und die Liste der Preisträger. Hans-Jürgen Wischnewski überreichte einem sichtlich gerührten Heinrich Breloer den "Fernseh- Bambi" für sein Dokumentationsdrama "Todesspiel" über die Schleyer- Entführung 1977. Auch Harald Schmidt, die "Bee Gees", zwei deutsche Weltraumforscher und der "Cirque du Soleil" wurden geehrt. Die Moderatorin des Abends, Carmen Nebel, überreichte die Auszeichnung außerdem stellvertretend an vier Bundeswehrsoldaten, die etwas verlegen auf die Bühne kamen. Sie sollten all ihre Kameraden vertreten, die während des Oderhochwassers mitgeholfen hatten. Die "Bambi"-Verleihung wird am 31. Oktober um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.
Anne-Beatrice Clasmann; Fotos: AP, dpa

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Letzte Änderung: 26.10.1997 11:21 von jp