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Leserbrief

VfB Stuttgart- Germinal Ekeren 2:4 (2:2)

VfB-"Gummimännchen" blamierten sich

"Mit Fußball hat das nichts zu tun" - VfB und Löw am Scheideweg

Stuttgart (sid) Der vermeintliche Europacup-Spaziergang wurde zum peinlichen Gestolpere. Gellende Pfiffe und Buhrufe begleiteten Pokalsieger VfB Stuttgart ins Viertelfinale. Die unerwartete 2:4 (2:2)-Heimpleite gegen Germinal Ekeren blieb wegen des 4:0-Erfolges im Hinspiel zwar ohne sportliche Auswirkungen, beim "Verein für Ballzauberer" löste sie dennoch Frust, Ratlosigkeit und Entsetzen aus. Weltmeister Thomas Berthold kündigte eine schonungslose Aussprache innerhalb der Mannschaft an. "Mit Fußball hat das nichts zu tun. So gewinnen wir keinen Blumentopf. Es muß sich schnell etwas ändern."

 Der VfB (Bobic) auf dem Hosenboden, die Belgier
  (Schaessens) enttäuscht. Foto: dpa
Fahrlässig verspielten die Stuttgarter einen scheinbar sicheren 2:0-Vorsprung binnen 120 Sekunden und ließen sich völlig wehrlos von den zuvor harmlosen Belgiern regelrecht vorführen. "Wir sind nur noch wie Gummimännchen hin und her gerannt. Eine katastrophale Leistung", schimpfte Nationalstürmer Fredi Bobic. Mehr als ein gequältes Lächeln konnte sich Trainer Joachim Löw nach dem erstmaligen Sprung ins Viertelfinale des Europacups der Pokalsieger nicht abringen. "Der Doppelschlag hat uns völlig aus dem Konzept gebracht. Wir hatten unsere Nerven nicht im Griff", analysierte Löw tief enttäuscht. Nach den Treffern von Frank Verlaat (13.) und Gerhard Poschner (35.) schien die Partie im Gottlieb-Daimler-Stadion gelaufen. Dem Anschlußtreffer durch van Ankeren (43.) aber folgten der Platzverweis des Stuttgarters Murat Yakin (45./Notbremse) und der Ausgleich durch van Geneugden fast mit dem Pausenpfiff. Der VfB verlor völlig den Faden. Karagiannis (73.) und van Ankeren (82.) erhöhten nach dem Wechsel auf 4:2.

Nur Verlaat und Poschner in Normalform

Wie der deutsche Pokalsieger seine tiefgreifenden Probleme im spielerischen Bereich in den Griff bekommen will, ließ Löw zunächst offen. "Einige brauchen offenbar eine harte Hand", sagte Löw. Namen nannte er vor dem nun richtungsweisenden Bundesligaduell beim VfL Bochum nicht. Der Bannstrahl des Trainers aber dürfte vor allem Matthias Hagner und Marco Haber treffen. Den "Alibifußball" der beiden wird sich Löw wohl nicht länger bieten lassen. Gegen Ekeren erreichten lediglich Frank Verlaat und Gerhard Poschner Normalform. Wirkungslos blieb dagegen der überforderte Krisztian Lisztes im Mittelfeld sowie der Sturm mit Bobic und Jonathan Akpoborie, die in den drei Spielen zuvor neun Tore erzielt hatten. Der nach seiner Verletzungspause ins Team zurückkehrende Spielmacher Krassimir Balakov wird für die Schwaben nun zum Strohhalm. Bei einer Niederlage in Bochum würde auch Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder nicht länger tatenlos zuschauen. Der VfB Stuttgart und sein Trainer Joachim Löw stehen am Scheideweg. Oliver Trust

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Letzte Änderung: 07.11.1997 12:44 von jp