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Zum Abschluß noch ein EM-Flirt

Gabi Kohlisch wirft das Handtuch

"Rücktritt als Olympiasiegerin schwerer"

Oberwiesenthal/Berlin (sid) Gabriele Kohlisch heißt das erste prominente Opfer im Kampf um die begehrten Plätze im deutschen Olympiateam der Rennrodlerinnen. Die Weltmeisterin der Jahre 1990 und 1995, die in der internen Selektion der deutschen Nationalmannschaft schon in den beiden ersten Rennen durch das Sieb für den Viessmann-Rodel-Weltcup gefallen ist, warf jetzt das Handtuch und verkündete ihren Rücktritt.

"Als Olympiasiegerin wäre mir dieser Schritt schwerer gefallen", sagt die 34 Jahre alte Oberwiesenthalerin. Anfang Janaur bestreitet sie die Deutsche Meisterschaft in Oberhof. Insgeheim flirtet die gelernte Sporttherapeutin, die in der Bavaria-Sportklinik im sächsischen Kreischa arbeitet, noch mit einem Start bei der EM als Abschluß einer Karriere mit Höhen und Tiefen. Weil Jana Bode (Winterberg) als Titelverteidigerin ein persönliches EM-Startrecht besitzt, darf Bundestrainer Thomas Schwab insgesamt fünf deutsche Rodlerinnen für die Oberhofer EM nominieren.

"Eine Olympiamedaille fehlt mir"

Bei den kontinentalen Titelkämpfen gewann die frühere Aktivensprecherin des Internationalen Rodel-Verbandes (FIL) Silber (1996) und Bronze (1994), neben den beiden Goldmedaillen hängen noch drei WM-Silbermedaillen (1987, 1991 und 1993) in ihrem Trophäenschrank. Nur Olympia zeigte ihr stets die kalte Schulter. 1988 verpaßte sie als Vize-Weltmeisterin einen Platz im DDR-Team und wahrscheinlich auch eine sichere Medaille. Schließlich feierte die DDR in Calgary einen dreifachen Erfolg durch Steffi Walter-Martin, Ute Oberhoffner und Cerstin Schmidt. Nach der Wende schaffte Gabi Kohlisch zwar jeweils die Olympia-Qualifikation, aber es langte nur zu sechsten Plätzen in Albertville (1992) und Lillehammer (1994). "Eine Olympiamedaille fehlt mir in meiner Sammlung. Deshalb wäre ich ja so gerne noch einmal in Nagano an den Start gegangen."

Doch die Konkurrenz im eigenen Lager war zu stark. Bei den internen Ausscheidungen, die in dieser Woche auf der angehenden Olympiabahn im japanischen Nagano abgeschlossen werden, sind Weltmeisterin Susi Erdmann (Unterhaching) und Jana Bode als WM-Zweite für den Weltcup gesetzt. Um die zwei restlichen Plätze streiten die WM-Vierte Sylke Otto (Oberwiesenthal), die Seriensiegerin des vorolympischen Winters, die WM-Siebte Silke Kraushaar aus Oberhof, und die zweimalige Junioren-Weltmeisterin und WM-Sechste Barbara Niedernhuber aus Berchtesgaden. Während im Weltcup vier Starterinnen des Deutschen Bob- und Schlittensport-Verbandes (DBSV) teilnehmen können, dürfen bei den Olympischen Winterspielen vom 7. bis 22. Februar 1998 in japanischen Nagano nur drei deutsche Rodlerinnen teilnehmen. Wolfgang Harder

Letzte Änderung: 18.11.1997 16:52 von jp
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