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  • Der "Inspector" funktioniert nicht

    Fehlschlag: Deutscher Videosatellit von "Mir" nicht steuerbar

    Moskau (dpa) - Die Erprobung des deutschen Satelliten "Inspektor" von der Raumstation "Mir" ist am Mittwoch weitgehend fehlgeschlagen. Der steuerlos driftende Videoroboter werde verlorengehen, teilte ein Sprecher des Flugleitzentrums am Mittwoch mit. Der an dem Projekt beteiligte ehemalige deutsche Kosmonaut Sigmund Jähn sagte der dpa in einer ersten Einschätzung: "Das war kein Fehlschlag. Das Experiment ist nicht hundertprozentig gelungen." "Inspektor" habe einige "faszinierende Bilder von der "Mir" und der Erde geliefert.

    Der von der Mir mit Hilfe des Progress-Raumtransporters ausgesetzte Satellit sei aufgrund von Problemen mit dem Antrieb nicht auf die gewünschte Flugbahn zu bringen, teilte ein Sprecher der Bodenstation mit. Der Satellit werde "faktisch zu kosmischem Müll", meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass. Der Videoroboter "Inspektor" sollte Bilder von der Außenhaut der "Mir" liefern.

    Jähn sagte, daß die für die Orientierung zuständige "Sternenkamera" des Systems nicht funktioniert habe. Nach Angaben des früheren Kosmonauten wurden dann einige Aufnahmen von der "Mir" und der Erde manuell durch die "Mir"-Besatzung ausgelöst. Diese hätten aufgrund der Entfernung jedoch nicht die geplante hohe Auflösung gehabt.

    Dasa: Kein völliger Mißerfolg

    Die "Mir"-Besatzung hatte am am Morgen den Raumtransporter "Progress" von der Station abgekoppelt. Einen Kilometer von der "Mir" entfernt wurde anschließend der Satellit von der "Progress" ausgesetzt. "Inspektor" sollte zunächst einen Tag lang "Progress" umkreisen und anschließend einen Tag lang die "Mir". So sollten mögliche Schäden an der Außenwand festgestellt werden. Das neuartige automatische Videosystem "Inspektor" wurde von der Daimler-Benz Aerospace (Dasa) zusammen mit dem russischen Energija-Konzern für Beobachtungsaufgaben an der künftigen Internationalen Raumstation ISS entwickelt. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwa 15 Millionen Mark.

    Ein Vertreter der Dasa, Detlef Wilde, sagte im russischen Flugleitzentrum, die "Inspektor"-Mission sei kein völliger Mißerfolg. Vor Journalisten sagte er nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax, die frei fliegende Kamera habe Bilder von "Progress" geliefert. Die Dasa könne nun sicher sein, daß das Gerät unter Weltraumbedingungen Bilder zur Erde liefern könne. In den nächsten Tagen werde von Bodenstationen aus erneut versucht, Kontakt zu "Inspektor" aufzunehmen. Foto: AP, Grafik: Reuters

    Letzte Änderung: 17.12.1997 16:39 von aj
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