WHO-Expertenteam will Virus-Ausbreitung Einhalt gebietenKampf gegen die Vogelgrippe
Genf/Washington (dpa) - Zur Bekämpfung der mysteriösen Vogelgrippe hat ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Südchina die Arbeit aufgenommen.In der Provinz Guangdong wollen die Grippespezialisten, Virologen und Epidemiologen sicherstellen, daß alles getan wird, um mögliche weitere Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Infekte nur in HongkongNach Angaben der WHO sollen Gesundheitszentren in der Region mit den Symptomen der Grippe vertraut gemacht und Labors für den Nachweis einer Infektion mit dem H5N1-Virus ausgerüstet werden. Bisher haben sich nur Menschen in Hongkong mit dem Virus angesteckt. Das WHO-Team ist am 23. Januar in Peking, um mit der Regierung über einen nationalen Plan zur besseren Überwachung und Kontrolle von Grippeerkrankungen zu diskutieren.Erreger erfolgreich isoliertUnterdessen haben Forscher den Erreger isoliert und können erklären, warum das Virus sich so weit verbreiten konnte. Mitarbeiter der US-Zentren für Krankheitskontrolle und -vorbeugung in Atlanta fanden heraus, daß das Virus mehrere zusätzliche Aminosäuren an einer "empfindlichen Stelle" hat, berichtete das Wissenschaftsjournal "Science" am Freitag.Bisher habe das Virus nur das Verdauungs- und Atmungssystem von Hühnern angreifen können. Mit den zusätzlichen Aminosäuren aber fand das Virus auch in anderen Geweben und Organen Zugang. Damit konnte sich H5N1 schneller verbreiten als die anderen Stämme des Vogelgrippe-Erregers. Sechs TodesopferBislang sind sechs Menschen an der Vogelgrippe gestorben. Alle hatten sich vor der Massenschlachtung von 1,5 Millionen Hühnern zu Jahresbeginn angesteckt. Es ist noch nicht geklärt, ob sich die lebensgefährliche Krankheit von Mensch zu Mensch überträgt. Die meisten Betroffenen hatten Berührungskontakt mit lebendem Geflügel. Foto: Reuters |
| Letzte Änderung: 16.01.1998 13:31 von ar |