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Stars in Nagano:

Tomba, Seizinger, Dählie

Spannung vor Auftritt von 125 NHL-Cracks

Hamburg (dpa) - Alberto Tomba plant den goldenen Abschied von der Olympia-Bühne, Katja Seizinger will nach 1994 zum zweiten Mal den olympischen Gipfel erklimmen. Die beiden alpinen Stars gehören zu den schillernden Persönlichkeiten, die dem großen Festival der Wintersportler in Nagano ihren Stempel aufdrücken können. Als Publikums-Magneten werden sich auch die Cracks der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL erweisen, die erstmals komplett bei Olympia zu bewundern sind. Das Interesse der einheimischen Fans wird sich auf die "Herren der Schanzen" konzentrieren, die an die Erfolge der Sapporo-Helden um Olympiasieger Yukio Kasaya anknüpfen wollen. Als König der Langlauf-Loipe gilt bereits vor dem ersten Start der zweimalige Lillehammer-Sieger Björn Dählie aus Norwegen. Auf dem Eis möchte die Thüringerin Gunda Niemann-Stirnemann ihre Scharte von Hamar ausmerzen, als sie als haushohe Favoritin stürzte.

 Gunda Niemann-Stirnemann, Dieter Thoma.

"Schnee-Königin" Katja Seizinger hat sich in diesem Winter endgültig in die Favoritenrolle für die alpinen Wettbewerbe gefahren. Nie zuvor ist die 25jährige so gut in eine Saison gestartet. Aufgrund immer besser werdender Slalom-Ergebnisse ist die Abfahrts- Olympiasiegerin aus Halblech mittlerweile nicht nur bei den Geschwindigkeits-Disziplinen ins Rampenlicht geschossen, sondern darf sich auch in der Kombination berechtigte Medaillenchancen ausrechnen. Die millionenschwere Preisgeld-Königin könnte mit weiteren Erfolgen in Nagano ihren Marktwert in völlig neue Dimensionen steigern. Dreimal auf dem obersten Treppchen stand bei Olympia bereits "Tomba, la Bomba". Oft waren nicht nur seine Siege, sondern auch seine extravaganten Auftritte ein Hit für die Ski-Fans. Zwar mußte der Stangen-Artist bis einen Tag vor dem Jahresende 1997 auf seinen ersten Saisonsieg warten, doch nun ist der 31jährige, der oft auf die Minute topfit war, wieder in den Kreis der Olympia-Favoriten zurückgekehrt.

Japaner im Skispringen kaum zu schlagen

Für das bislang spektakulärste Eishockey-Turnier mit den bestdotierten Stars haben 125 NHL-Cracks ihre Meldungen abgegeben. Superstar Wayne Gretzky (New York Rangers) wird neben Eric Lindros (Philadelphia Flyers) das Team Kanada führen. Pavel Bure (Vancouver Canucks) ist der Sturm-Führer des ersten russischen Angriffs, Jari Kurri (Colorado Avalanche) der Star der Finnen.

"Den Japanern ist momentan niemand gewachsen", stöhnte der deutsche Bundestrainer Reinhard Heß nach der Erfolgsserie Nippons bei der Vierschanzen-Tournee, ehe seine "Adler" am Schlußtag selbst zuschlugen: "Die haben fünf Siegspringer." Ob Seriensieger Kazuyoshi Funaki, der Weltcup-Führende Masahiko Harada oder Hiroya Saitoh - jeder der japanischen Schanzen-Piloten scheint derzeit für den Olympiasieg gut, der im Lande der Gastgeber gleichbedeutend mit der Erhebung in den Adelsstand wäre. "Wir wollen endlich die Früchte ernten, die Yukio Kasaya mit seinem Olympiasieg 1992 gesät hat", sagt Cheftrainer Manabu Ono.

Da ist Behle: schon zum sechsten Mal

Auf dem Eis-Oval der M-Wave-Arena will Gunda Niemann-Stirnemann das Ausrufezeichen hinter ihre bereits zehnjährige Olympia-Karriere setzen. Die 31jährige Erfurterin wird bei ihrem vierten Auftritt auf olympischer Bühne über die Strecken zwischen 1.500 und 5.000 m durchweg als hohe Favoritin gehandelt. "An den Sturz von Hamar denke ich nicht mehr", meint die zehnmalige Weltmeisterin. Mit dem Gewinn von zumindest zwei Goldmedaillen könnte sie zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufsteigen.

In der Kunstlauf-Arena will die Deutsche Meisterin Tanja Szewczenko für Furore sorgen. Nach 19monatiger Wettkampfpause wegen einer bedrohlichen Viruserkrankung und drei Siegen in diesem Winter wird sie als Geheimfavoritin gehandelt. Topspringerin ist momentan aber die 15jährige Tara Lipinski aus den USA, die im vergangenen Winter - als sie Weltmeisterin wurde - noch einen Milchzahn hatte. Schon acht Medaillen, davon fünf goldene, hat Björn Dählie in Albertville und Lillehammer auf sein Olympia-Konto gebracht. Der elfmalige Langlauf-Weltmeister aus Norwegen stürmt nun mit Riesen- Skating-Schritten dem Thron des "Mister Olympia" - des erfolgreichsten Sportlers in der 74jährigen Geschichte der Winterspiele - entgegen. Auch ein Deutscher wandelt auf Rekordpfaden: Jochen Behle gilt zwar nicht als Favorit, doch steuert er seine sechste Teilnahme bei Winterspielen an. Nur der kanadische Eisschnelläufer Colin Coates (1968-88) und der schwedische Bobpilot Carl-Erik Eriksson (1964-84) schafften dies vor ihm. Frank Thomas

Letzte Änderung: 04.02.1998 17:40 von jp
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