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Leichtathleten als Vorbilder

Boit träumt schon vom Olympiasieg

20 Minuten hinter Sieger Dählie - Technik größtes Problem

Hakuba (sid) Kenias erster olympischer Skilangläufer schnaufte im Schneckentempo restlos erschöpft ins Ziel und wurde erst einmal von "Loipen-Ferrari" Björn Dählie in den Arm genommen. "Puh, das war wahnsinnig anstrengend", sagte Philip Boit nach dem 10-km-Rennen, hatte aber angesichts der zahlreich wartenden Fernsehteams seine Sprache schnell wiedergefunden. Trotz eines Rückstandes von 20:01 Minuten auf Dählie oder umgerechnet etwa 3,5 Kilometern war der einzige Schwarzafrikaner bei den Winterspielen nicht geschockt: "Drei bis vier Jahre brauche ich noch, dann kann ich vorne mitrennen. Ich träume und lebe dafür, Olympiasieger zu werden. Schließlich haben wir das in der Leichtathletik auch geschafft." Das größte Problem sei für ihn momentan die "wahnsinnig schwer zu lernende Technik".

Angesichts der flotten Sprüche fragten sich die Experten natürlich, ob hinter dem Auftritt des talentierten Mittelstreckenläufers (800-m-Bestzeit: 1:47,07 Minuten) nicht ein PR-Gag seines amerikanischen Ausrüsters stand. Doch Dählie waren beispielsweise die Hintergründe der Anwesenheit des 26jährigen, der über eine olympische Sonderregel ins Teilnehmerfeld gerutscht war, egal: "Er sah zwar ziemlich fertig aus, als er ins Ziel kam, aber solche Läufer gehören zu Olympia. Die Hauptsache ist, es sind nicht zu viele und sie liegen nicht in den Abfahrten rum, wenn wir da 'runterrasen."

Gewagte Schneepflug-Abfahrten

Mit wuchtigen Doppelstockschüben war Boit in die Loipe gejagt und konnte immerhin über zwei Kilometer hinweg die Angriffe des einzigen hinter ihm gestarteten Läufers namens Dashzeveg Ochirsukh (Mongolei) abwehren. Am Ende bremste er mit seinen gewagten Schneepflug-Abfahrten allerdings fast die japanischen Spurläufer aus. "Ich hatte trotzdem viel Spaß. Schließlich mußt Du Dir überlegen, daß ich vor zwei Jahren zum ersten Mal Schnee gesehen habe. Gebt' mir noch ein bißchen Zeit, damit ich schneller laufen kann", sagte der wie ein Champion umjubelte Boit. Immerhin hatte er sich über 10 km nicht wie beim ersten Training verlaufen.

Boit, der in Nagano gemeinsam mit Ersatzmann und Kumpel Henry Bitok angereist ist, wußte zudem von ehrgeizigen kenianischen Plänen zu berichten: Bei Olympia 2002 wolle man mit einer Staffel vertreten sein, sogar der Bau eines Langlauf-Stadions sei geplant. Das Geld dafür soll vom Ausrüster und anderen Sponsoren kommen, die auch dafür sorgten, daß das Exoten-Duo neun Monate unter professionellen Bedingungen in Finnland trainieren konnte. Coach Lasse Mikkelson: "Die beiden Jungs sind wie Autos. Allerdings sind ihre Motoren größer als die Fähigkeit zu lenken." Lars Becker; Foto: AP

Letzte Änderung: 12.02.1998 14:55 von jp
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