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  • Facettenreiches Volksfest
  • Narren aus vielen Nationen
  • "Der Bote vom Bundestag"
  • "Gut für die Psychohygiene"
  • Auf allen Kanälen
  • Fastnachtsbräuche aus der Pfalz
  • Alternative Fastnacht: Garantiert bissig-respektlos
  • "Tolle Tage" - Tolle Umsätze

    Mainz/Düsseldorf (dpa) - Wenn die Narren an den "tollen Tagen" feiern, steigt auch bei den Geschäftsleuten die Stimmung. Das bunte Treiben vom "Elften Elften" bis Aschermittwoch sorgt alleine in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz für Spitzenumsätze.

    Vor allem Brauereien, Kneipen, Taxifahrer und der Einzelhandel profitieren von der fünften Jahreszeit. "Schnurrbärte und Brillen werden in Unmengen gekauft", sagt Corinna Printzen vom Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie in Nürnberg. Der jährliche Handelsumsatz mit Kostümen, Luftschlangen und anderem Zubehör betrage rund 400 Millionen Mark.

    Bei Faschingsartikeln seien die Narren nicht sparsam: "In Rezessionszeiten herrscht die Meinung vor: Jetzt hauen wir erst recht auf die Pauke", meint die Expertin. Bundesweit gibt es 45 Hersteller von Karnevalsartikeln mit rund 1.500 Beschäftigten.

    Auch Gastwirte reiben sich die Hände, wenn die Korken knallen und Sekt, Wein und Bier in Strömen fließen. "Es ist unbestritten, daß im Karneval mehr Bier getrunken wird", heißt es beim Deutscher Brauer- Bund in Bonn. Genaue Zahlen gebe es aber nicht. Die "tollen Tage" sind nach Angaben der Privatbrauerei Diebels (Issum) ein wichtiger Absatzschwerpunkt. "Karneval ist für uns wie Weihnachten oder ein guter Sommer", meint ein Mitarbeiter der niederrheinischen Brauerei.

    3000 "närrische" Arbeitsplätze

    Taxiunternehmen machen in der närrischen Zeit ebenfalls ein gutes Geschäft. "Wir freuen uns über jede Karnevalsveranstaltung", sagt Karl Rosewick von Taxi Düsseldorf. In der heißen Phase machen Fahrer in einer Schicht schätzungsweise 20 Prozent mehr Umsatz als an normalen Tagen. So gut wie in den vergangenen Jahren laufe das Karneval-Geschäft aber nicht mehr. "Das Geld sitzt nicht mehr so locker", sagt Rosewick.

    Vor allem in Mainz, Düsseldorf und Köln kurbeln die jecken Tage die Umsätze an: Der Gesamtumsatz in Köln beträgt schätzungsweise eine Milliarde Mark, sagt Franz Wolf vom Bund Deutscher Karneval in Köln. In der Domstadt hingen schätzungsweise 3.000 Arbeitsplätze vom närrischen Treiben ab. Das Comitee des Düsseldorfer Carnevals rechnet mit einem Umsatz von 400 Millionen Mark. Speis und Trank schlagen mit etwa 40 Millionen Mark zu Buche.

    Mainzern ist die Fastnacht lieb und teuer

    In Mainz wurde die wirtschaftliche Bedeutung der närrischen Zeit sogar wissenschaftlich beleuchtet. Nach einer Studie der Mainzer Fachhochschule betragen die Fastnacht-Umsätze rund 49 Millionen Mark, davon alleine 35 Millionen Mark für Essen und Getränke. Den Mainzern ist die Fastnacht lieb und teuer: Die Uniform kostet den Barren zwischen 400 und 5.000 Mark je nach Geschlecht, Rang und verwendeter Stoffart.

    In der ostdeutschen Karnevalshochburg Wasungen (Thüringen) sind während der "tollen Tage" alle 200 Gästebetten in und um die 4.000- Einwohner-Stadt an der Werra restlos ausgebucht. Insgesamt werden 6.000 bis 8.000 auswärtige Besucher erwartet. Sponsoring hat auch im Thüringischen einen immer größeren Stellenwert und die Wasunger betreiben mit Karnevalsbier und eigenen Stimmungs-CDs kräftig Merchandising. Dennoch will der Präsident des Carnevals-Clubs (WCC), Martin Krieg, von Kommerzialisierung nicht viel wissen: "Wir wollen unseren urtümlichen Charakter erhalten und keinen Geldfasching organisieren wie am Rhein."
    Von Claudia Steiner, Foto: dpa

    Letzte Änderung: 15.02.1998 12:24 von aj
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