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Alternative Fastnacht

Narrenbewegung hat nach spätem Beginn Tritt gefaßt

Mainz (dpa) - Die alternative Narrenbewegung hat in der Fastnachtshochburg Mainz zwar erst eine kurze, aber schon erfolgreiche Geschichte. Anders als in Köln, wo bereits vor fast 20 Jahren der etablierte Karneval von der ersten "Stunksitzung" geschockt wurde, gibt es die Mainzer "Drecksäck'" und ihre "Trunksitzung" erst seit 1996.

"Die Entschlußkraft hat lange gefehlt", sagt Günter Beck, einer der "Gegen-Fastnachter". Dem Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion gelang es aber schließlich, etwa 30 Männer und Frauen um sich zu scharen, denen die aus ihrer Sicht verkrusteten Strukturen des alljährlichen Narrengeschehens schon lange nicht mehr paßten.

Aus der Zusammensetzung "linksalternatives Spektrum, Unabhängige und Sympathisanten aus der CDU" sowie dem Leitmotiv "einfach mal hinsetzen und was Neues machen" kamen origniell-satirische Vorträge und bitterböse Beiträge gegen die traditionelle Mainzer Fastnacht heraus. Ein Büttenredner stellte fest: "Wir nennen uns Drecksäck, sind aber echte Fassenachter - die anderen nennen sich echte Fassenachter, sind aber. ..". Etwa an dieser Stelle machte sich in der Sitzung von 1996 ein Störtrupp bemerkbar, den Sitzungsleiter Beck damals klar den beiden Mainzer Traditionsvereinen MCV und MCC zuordnete.

"Drecksäck" eingeladen

In nur zwei "Kampagnen" der Fastnacht haben sich seither die Alternativen vom Geheimtip zum akzeptierten Bestandteil des Narrentreibens in Mainz etabliert. Büttenredner der "Drecksäck'" erhielten bald auch Einladungen zu Auftritten bei den "anderen", die sie aber bis heute nicht angenommen haben. Als Beweis für die Akzeptanz kann auch gelten, daß die Karten für die mittlerweile vier alternativen Sitzungen im Vorverkauf Mitte November innerhalb von zwei Tagen restlos vergriffen waren. Und dies nicht nur wegen des vergleichweise geringen Eintrittspreises von 25 Mark und niedrigen Getränkepreise.

Garantiert bissig-respektlos

Im Veranstaltungssaal eines Jugendtreffs der Mainzer Innenstadt, der nicht mehr als 250 Besucher zuläßt, ist wieder ein garantiert bissig-respektloses Programm zu erwarten. Nur soviel will Beck andeuten: "Der Deutsche Katholikentag 1998 in Mainz ist für uns ein gefundenes Fressen" und: "Den Krach bei den Mainzer Hofsängern lassen wir uns nicht entgehen".

Letzte Änderung: 13.02.1998 16:36 von aj
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