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Facettenreiches Volksfest

Bonn (dpa) - Karneval, wie er heute gefeiert wird, ist im 19. Jahrhundert entstanden. Elemente wie Rosenmontagszug, Saalkarneval und Vereine wurden in dieser Zeit entwickelt, erklärt Alois Döring, Volkskundler im Amt für rheinische Landeskunde in Bonn. Entscheidender Anstoß sei die Gründung des "Festordnenden Commitees" vor 175 Jahren in Köln gewesen, das die Feiern in geregelte Bahnen gelenkt habe. Ursprünglich habe es im Rheinland seit dem Mittelalter andere Formen des Feierns gegeben: Bettelgänge von Kindern, Nachbarschaftsfeste, Maskenbälle und Umzüge von Handwerksgesellen.

"Kein anderes Fest im Jahr wird mit solchen regionalen Unterschieden zelebriert", berichtet Döring. In Düsseldorf werde zu Karnevalsbeginn der "Hoppeditz" erweckt, aber schon kaum 40 Kilometer weiter in Köln spiele die Figur überhaupt keine Rolle. Während in Köln verkleidete Männer das närrische Dreigestirn bilden, führen in Düsseldorf und in Bonn ein karnevalistisches Paar, Prinz und Prinzessin, das Zepter. Die alemannische Fastnacht in Süddeutschland werde wiederum mit Maskenfesten begangen.

Deutlich ausgeweitet

Ursprünglich wurde Karneval im Rheinischen nur an den letzten Tagen vor Beginn der vorösterlichen Fastenzeit gefeiert: "Man spricht heute noch von den drei Tollen Tagen". Doch seit 1900 habe sich der Karneval deutlich ausgeweitet. Karneval sei mittlerweile so facettenreich wie kein anderes Fest mit vielerlei Umzügen, Kostümierungen, Tanzgruppen, Weiberfastnacht, den alternativen Feiern - und ausgewiesenen Karnevalsgegnern, die alljährlich vor dem Trubel Reißaus nehmen.

Letzte Änderung: 13.02.1998 16:10 von aj
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