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  • Das Wahlergenis 1994
  • Stichwort: Flächenland Niedersachsen
  • Duell Schröder - Wulff
  • Hilft den Verlierern nur ein "Wunder"?
  • 621 Kandidaten - 155 Sitze
  • Porträt: Gerhard Schröder
  • Porträt: Christian Wulff
  • Basis bemüht sich um Aufmerksamkeit
  • Niedersachsen-Wahl: Wahljahr-Auftakt und . . .

    Test für die Bundestagswahl

    Hannover (dpa) - Rund 5,9 Millionen Niedersachsen haben am 1. März Gelegenheit, einen neuen Landtag zu wählen. Sie eröffnen das Wahljahr 1998, dessen Höhepunkt die Bundestagswahl am 27. September ist. Hierfür gilt die Niedersachsen-Wahl als wichtigster Testlauf. Für die SPD wird sie zudem zur Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur.

    Mit Ministerpräsident Gerhard Schröder (SPD) stellt sich der mögliche Herausforderer von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) dem Wählervotum. Er hat angekündigt, daß er seine Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur aufgeben wird, wenn er mehr als zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 1994 verlieren sollte.

    Um die 155 Sitze im niedersächsischen Landtag bewerben sich 621 Kandidaten - 185 Frauen und 436 Männer. Elf Parteien treten mit Landeslisten an: SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, DKP, Republikaner, ÖDP, Statt-Partei, Deutsche Partei, Feministische Partei und die Partei Bibeltreuer Christen. In einigen der 100 Wahlkreise bewerben sich auch die PDS und die Soziale Fortschritts- Partei mit Direktkandidaten um ein Mandat. Es gibt ferner sieben Einzelbewerber. Die nächste Wahlperiode wird in Niedersachsen erstmals fünf statt bisher vier Jahre dauern.

    Absolute Mehrheit oder rot-grün?

    Die seit vier Jahren im zweitgrößten Flächenland der Republik allein regierende SPD will ihre absolute Mehrheit unter Schröders Führung verteidigen. Sie erzielte 1994 ein Ergebnis von 44,3 Prozent. Die Grünen, die damals bei 7,4 Prozent lagen, wollen dies verhindern und mit ihrer Spitzenkandidatin Rebecca Harms eine Neuauflage der rot-grünen Koalition erzwingen, die von 1990 bis 1994 regierte.

    Christian Wulff (CDU) will den Machtwechsel

    Der CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Wulff will dagegen den Machtwechsel und damit die Rückkehr zu einer bürgerlichen Regierung schaffen. Dazu muß sich die CDU erheblich verbessern. Sie erzielte 1994 mit 36,4 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als drei Jahrzehnten. Die FDP kämpft unter ihrem Spitzenkandidaten Michael Goldmann um die Rückkehr in den Landtag. Mit 4,4 Prozent waren die Liberalen 1994 an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Sie haben jetzt eine klare Koalitionsaussage zugunsten der CDU abgegeben.

    Umfragen: SPD bleibt vorne

    Die zahlreichen Meinungsumfragen sagen allerdings übereinstimmend voraus, daß die SPD stärkste Partei bleiben wird. Sie rechnen aber überwiegend damit, daß die Sozialdemokraten auf die Grünen als Koalitionspartner angewiesen sein werden. Die Rückkehr der FDP in den Landtag gilt als unsicher. Bis Mitte Februar sahen die Institute die SPD bei 43 bis 46 Prozent, die CDU bei 34 bis 39, die Grünen bei acht bis zehn und die FDP bei vier bis fünf Prozent.

    Der Wahlkampf war stark auf die beiden Spitzenkandidaten Schröder (53) und Wulff (38) zugeschnitten. Thematisch stand der Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit im Mittelpunkt. Dabei spielte der Kauf der Preussag Stahl AG durch das Land und die Norddeutsche Landesbank eine besondere Rolle. Schröder begründete diese Aktion mit der Sicherung von Arbeitsplätzen, die beim Einstieg eines ausländischen Konzerns möglicherweise gefährdet gewesen wären. Dies bezweifelte Wulff, der einen Wahlkampf-Schachzug der SPD vermutet. Andere Themen waren die Bildungspolitik, die innere Sicherheit und die Finanzlage des Landes.

    Weitere Wahlen

    Nach den Niedersachsen werden am 26. April die Bürger Sachsen- Anhalts einen neuen Landtag wählen. In Bayern wird am 13. September ein neues Landesparlament gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem Bundestag am 27. September. An diesem Tag werden zudem in Brandenburg Kommunalwahlen stattfinden. In Schleswig-Holstein sind Kommunalwahlen bereits für den 22. März angesetzt. Foto: AP

    Letzte Änderung: 13.02.1998 18:30 von aj
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