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Von Verehrung bis Haß:

Urteile über Ernst Jünger

  • "... der uns die Barbarei als neue Gesinnung vorgaukelt ... Daß er schreiben kann, erst das macht ihn gefährlich ... Ein Geist von der finsteren Glut Jüngers kann Unheil stiften." Klaus Mann, 1930

  • "... ich finde bei ihm enorm viel inneren Kitsch und was er als 'Angriff' gesehen haben möchte, ist mehr Vorwölbung u. Blähung bei ihm als Front." Gottfried Benn, 1935

  • "... ist unstreitig das schönste Kriegsbuch, das ich kenne; vollständig gutgläubig, wahrheitsgemäß, ehrlich." Andre Gide über "In Stahlgewittern", 1942

  • "Ich hasse ihn, nicht als Deutschen, sondern als Aristokraten." Jean-Paul Sartre

  • "Wie weit nun Jüngers Dichtungen und Prognosen ,stimmen', oder was von diesem oder jenem Standort aus Triftiges gegen sie vorgebacht werden kann, berührt mich nicht. Der Streit darüber wird Literatur und Geschwätz sein. Mir genügt es vollauf, an dieser Schau teilgenommen und fruchtbare Tage mit ihr verbracht zu haben." Hermann Hesse, 1960

  • "... der Elitedenker nicht imstande ist, den Menschen als Wert an sich ins Auge zu fassen, ohne Ränge und Stufungen diesseitigen und transzendenten Wertes: Weil seiner Weltanschauung insgesamt die historisch real begründete Humanität abgeht, so bleibt, trotz allem, das Schreiben des Hochbefähigten kahl und menschenleer." Annemarie Auer in DDR-Zeitschrift "Weimarer Beiträge", 1966

  • "... für das ... immerwährend rechtsgerichtete CDU-Bürgertum ... ist Jünger, den solche Leute niemals genau lesen, ganz einfach ein nationaler und konservativer Mann, dem Unrecht zugefügt wurde. Daran ist soviel wahr: Unrecht ist ihm geschehen; ein nationaler Mann ist er nicht, sondern er war einmal ein fürchterlicher Nationalist (ein Nationalist zum Fürchten!), heute ist er ein milder Patriot und Anhänger eines Weltstaats; konservativ war er nie. Niemals. Sein radikalstes Buch, "Der Arbeiter", ist das Gegenteil eines konservativen Buches; es ist eine bolschewistische Phantasie mit nihilistischem Vorzeichen." Alfred Andersch, 1975

  • "Jemand wie Ernst Jünger hat sicher die Todesangst überwunden (d.h. ,beschlossen, sich ihr nicht anheim zu geben'); und was hat er damit gewonnen? Selbstgefälligkeit und Auserwähltheitsdünkel." Peter Handke, 1982

  • "Jüngers Problem ist ein Jahrhundertproblem. Bevor Frauen für ihn eine Erfahrung sein konnten, war es der Krieg." Heiner Müller, 1992

  • Walter Jens warf Jünger 1993 "extrem antisemitische Äußerungen" vor, die er "nie zurückgenommen" habe. Auch als "dezidierter Militarist" sei er bekannt geworden.

  • "... einer der größten Kriegsverherrlicher dieses Jahrhunderts." Johann Kresnik, 1994

  • "... befand er sich im Gegenstz zu den mehr oder minder begabten Nachläufern der epischen Moderne, die die literarische Szene beherrschten, den angeblich fabulöseren Autoren, deren großangelegte Romanwerke oft auf einem gesinnungstüchtigen und gedanklichen Gehalt gründeten, der sie mittlerweile, auf einen Schlag, zu ,historischen Schinken' werden ließ. Jünger hingegen hat täglich Geheimnisse entdeckt und genannt ..." Botho Strauß, 1995

  • "Zu begreifen, was einen ergreift - darum geht es. So hat Ernst Jünger Fühlung mit Daseinsmächten, die den meisten verschlossen bleiben. Wie sonst hätte ein solches Leben, das die gefährlichen Zonen suchte, überleben könnnen. Da wirkt ein Glutkern im Lebensentwurf und im Schreiben, der den Autor offenbar katastrophenresistent gemacht hat." Rüdiger Safranski, 1995

  • Letzte Änderung: 17.02.1998 12:51 von aj
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