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Letzte Sendung vor der Sommerpause:

"Wetten, daß...?" mit viel Spott

Frankfurt/Main (dpa) - Mit einem äußerst spöttisch aufgelegten Thomas Gottschalk, reichlich Lachern und der Wiedervereinigung des Pop-Duos "Modern Talking" hat sich die ZDF-Show "Wetten, daß..." in eine lange Sommerpause verabschiedet. Vor rund 1.200 Besuchern in der Frankfurter Festhalle sorgten am Samstag abend vor allem Frotzeleien zwischen dem Showmaster und Gast Harald Schmidt für Heiterkeit. Witzig-respektlos spielten sich der 47jährige Gottschalk und das TV- Lästermaul Schmidt die Bälle zu und überspielten damit manche Länge der Show. Eigentlich auf zwei Stunden angelegt, kam die 110. Ausgabe der erfolgreichsten europäischen TV-Sendung wieder nicht ohne eine 45minütige Nachspielzeit aus.


Nicht ansehnlich? Harald Schmidt zeigt seine Brust und Thomas Gottschalk zeigt Entsetzen

15,8 Millionen Zuschauer sahen das Spektakel, was einem Marktanteil von über 51 Prozent entsprach. Mit Sean Connery als James Bond in "Liebesgrüße aus Moskau" erreichte die ARD gleichzeitig 3,2 Millionen Zuschauer.

Die Musikeinlagen bestritten der kanadische Rockstar Bryan Adams, der Deutsche Herbert Grönemeyer, "Wes" aus Kamerun und Hessens Comedy-Paar "Badesalz". Doch der Abend war ganz auf die Wiedervereinigung von "Modern Talking" zugeschnitten, der erfolgreichsten deutschen Popband der 80er Jahre. In plüschiger Herzchen-Kulisse gelobten die beiden Interpreten Dieter Bohlen und Thomas Anders feierlich, sich nie wieder zu zanken und künftig wieder gemeinsam zu musizieren. Dies unterstrichen sie mit einem Medley ihrer größten Hits wie "You're my Heart, You're my Soul" und der Ankündigung, am 7. Mai zu einer Deutschland-Tour zu starten.

Mehr als zehn Jahre mußten die Fans auf die Versöhnung von Bohlen und Anders warten. Blondschopf Bohlen machte in der Zwischenzeit durch seine Scheidung von Verona Feldbusch Schlagzeilen, Anders - jetzt mit kurzen dunklen Haaren - lebt von seiner Frau Nora getrennt. Kommentar von der als Wettgast geladenen Schauspielerin Hannelore Elsner: "Ich finde es toll, daß sie auch singen. Ich dachte, sie lassen sich nur scheiden".

Schmidt im Rennanzug

Harald Schmidt stieg trotz gewonnener Wette in einen hautengen Rennanzug, glitt mit verhaltener Eleganz auf Rollschuhen durch den Saal und schreckte auch nicht vor dem Zurschaustellen seines nackten Oberkörpers zurück. Unter den prominenten Talk-Gästen und Wettpaten waren auch die Opernstars Rene Kollo und Grace Bumbry und Karlheinz Böhm, der für sein Äthiopien-Hilfsprojekt warb. Der französische Kinostar Gerard Depardieu plauderte sehr entspannt und Händchen- haltend mit Hannelore Elsner über seine Rollen in dem Musketier-Film "Der Mann in der eisernen Maske" und als "Obelix".

Mit der Saalwette aus dem Publikum wurde der in Frankfurt lebende Fußballtrainer Dragoslav Stepanovic in die Festhalle geholt. Unterstützt von Schmidt imitierte der vereinslose "Stepi" die sprachgewaltige Bayern-Schelte des Münchener Trainers Giovanni Trapattoni in bestem "Trap-Deutsch". "Zwei Virtuosen der deutschen Sprache", schwärmte Schmidt. Wettkönig des Abends wurde der Schweizer Michael Sauser, der vorgab, alle 188 Nationalhymnen der Welt singen zu können und dies stimmgewaltig mit großem Eifer bei fünf zufällig ausgesuchten Hymnen bewies.

Nichts ist absonderlich genug

Dem Bayern Volker Rieger gelang es, Zahnbürsten-Fabrikate mit der Zunge zu identifizieren. Mitglieder des Rudersportvereins Sachsenhausen entzündeten mit zwei Kanus in einem Schwimmbecken ein Streichholz und brachten damit auf einem Ruderboot eine Kerze zum Brennen. Ein Schäferhund schleckte geschickt fünf Menschen die Ohrringe samt Steckverschluß vom Ohr. Guido Krings brachte das Kunststück zustande, mit den Zähnen einen zentnerschweren Postsack zu schleppen und dann "Jagd vorbei" zu blasen. Die Blaskapelle Burgberg aus dem Oberallgäu scheiterte indes damit, 40 Musiker auf einem Balken zu plazieren, weil der gefüllte Bierkrug, der das ganze Gewicht tragen sollte, zerbracht.

Gottschalk-Fans müssen sich nun bis zum Oktober gedulden, ehe es wieder heißt "Top, die Wette gilt". Markus Elsner, DPA; Foto: DPA

Letzte Änderung: 29.03.1998 19:36 von jo
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