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Nostalgiereise für fünfstellige Summe:

"Titanic" soll nachgebaut werden

Basel - 10. April 2002: Im englischen Hafen Southampton läuft die "RMS Titanic" zu ihrer Jungfernfahrt aus. Der Luxusliner mit Platz für 2.000 zahlungskräftige Gäste soll fünf Tage später in New York eintreffen - unversehrt, geht es nach den Plänen einer Schweizer Firma, die das legendäre Schiff jetzt nachbauen lassen will.

"Der Film und die Tatsache, daß alle Welt verrückt danach ist, brachte uns auf die Idee", sagt Annette Völcker, deutsche Direktorin der vergangene Woche in Basel wiederbelebten Titanic-Reederei "White Star Line". Das Schweizer Team will das Schiff, das am 15. April 1912 im Nordatlantik sank, möglichst originalgetreu nachbauen lassen.

"Natürlich mit den nötigen technischen Neuerungen und Veränderungen im Komfort", sagt Völcker. Für das tollkühne Projekt stehen bereits 400 bis 600 Millionen Dollar (bis 1,1 Milliarden Mark) bereit - wer die Finanziers sind, mag Völcker aber noch nicht verraten. Um die Finanzierung kümmert sich ohnehin der amerikanische Geschäftspartner, die "Titanic Development Corporation", die im Januar ebenfalls eigens zu diesem Zweck in Las Vegas gegründet wurde.

"White Star Line"

Hinter der neuen "White Star Line" stehen 100.000 Schweizer Franken (120.000 Mark), gehalten von einer Basler Wirtschaftsberatungsfirma. Schon demnächst soll die Mehrheit des Aktienkapitals aber an die Amerikaner verkauft werden, "um die Gesellschaften enger aneinander zu binden", sagt Völcker. Sie ist vollamtlich bei White Star Line beschäftigt. In Zukunft soll sich dieses europäische Standbein des Projekts um das Marketing kümmern und überwachen, daß der Bau zügig vorankommt.

Bis dahin sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Die Schweizer haben sich die Rechte am Namen der Gesellschaft, am Logo - eine gezackte roten Flagge mit Stern und Banner - und am Originalnamen des Luxusliners "RMS Titanic" rechtlich sichern lassen. Viel mehr hat die neue White Star Line bislang nicht in den Händen. Die Baupläne der "Titanic" liegen bei der Belfaster Werft Harland und Wolff. Sie baute auch das Original, das bis zur Unglücksnacht am 15. April 1912 als unsinkbar galt. Die Werft soll mit dem lukrativen Auftrag des Neubaus geködert werden.

Noch einige Hürden zu nehmen

"Die Werft teilte uns mit, sie sei vertraglich an ein anderes Konsortium gebunden, das bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat", sagt Völcker. "Als wir ihnen sagten, daß wir die Rechte an Namen und Logo der White Star Line und dem Namen des Schiffes haben, versprachen sie, uns mit den Auftraggebern in Kontakt zu bringen. Wir warten auf einen Termin, voraussichtlich Anfang Mai."

Auf der Webseite (http://www.hoc.ch/wsl) der Besitzer der neuen White Star Line sind die Informationen noch spärlich, doch das soll sich ändern. "Behalten Sie diese Webseite im Auge - in den kommenden Wochen kommen weitere Informationen."

"Ganz normales Kreuzfahrtschiff"

Nach der geschichtsträchtigen Atlantiküberquerung im Jahr 2002 soll die neue "Titanic" als ganz normales Kreuzfahrtschiff verkehren. Für die Nostalgiereise sollen interessierte Passagiere mit einer fünfstelligen Summe zur Kasse gebeten werden. Am Abend des 15. April 2002, genau 90 Jahre nach dem Untergang der Original-"Titanic" und direkt über der Unglücksstelle, soll Magier David Copperfield den betuchten Gästen mit einer außergewöhnlichen Laser-Animation einen wohligen Schauer über den Rücken jagen. Von Christiane Oelrich (dpa) - Archivfoto: dpa

Letzte Änderung: 07.04.1998 15:53 von aj
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