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KSC-Coach Berger: "Sean Dundee kann gehen"

Sonnyboy hat verspielt

Karlsruhe - Einst hochgejubelt, jetzt tief gefallen: Sean Dundee hat beim Fußball-Bundesligisten Karlsruher SC trotz eines Vertrages bis ins Jahr 2003 keine Zukunft mehr. Es entsteht sogar der Eindruck, als wolle der frühere Torjäger seinen Rauswurf beim KSC provozieren.

Denn erst ließ der 25jährige Termine mit dem Vereinsarzt platzen und soll sich stattdessen in einer Szene-Kneipe amüsiert haben. Vor dem wichtigen Punktspiel am Samstag beim 1. FC Köln versetzte er nun auch den neuen Trainer Jörg Berger, der Dundee daraufhin kurzerhand auf die Tribüne verbannte. Der einstige Sonnyboy hat beim KSC offenbar verspielt.

Nicht mehr mit dem Herzen dabei?

"So ein Spieler ist mit dem Herzen nicht mehr dabei. Der kann gehen. Spieler sind das Kapital eines Vereins. Wer aber nicht alles tut, um fit zu werden, der ist totes Kapital. Und ich habe nicht das Gefühl, daß Dundee so arbeitet, um nochmal einsatzfähig zu werden. Das ist sehr traurig, denn er hat seine Entwicklung dem KSC zu verdanken", kritisierte Berger den im Dezember 1996 eingebürgerten Südafrikaner, der zur Zeit einen Innenbandteilabriß auskuriert.

Dundee war der umjubelte Star beim KSC in der Saison 1996/97, als er insgesamt 17 Tore erzielte und sich mit seiner Unbekümmertheit und großartigen Leistungen sogar in den Kreis der Nationalmannschaft spielte. Doch schon in der Rückrunde 1996/97 begann der Absturz, als er nur noch vier Treffer erzielte.

Persönliche Probleme verhinderten Tore

Dazu kam der Ärger um seine Schweizer Berater Andreas Wacker und Dr. Hans-Georg Hinderling, dem KSC-Geschäftsführer Klaus Fuchs im Umgang mit Dundee "sektenhaftes Verhalten" vorgeworfen hatte, sowie private Probleme. Freundin Heidi (18) bekam eine Tochter, Papa Dundee entschied sich aber für Jugendliebe Charlotte (22), inzwischen seine Ehefrau.

In der laufenden Saison traf Dundee bislang erst dreimal ins gegnerische Netz. Von Ex-Trainer Winfried Schäfer gehätschelt und getätschelt, spielte er sich bei seinen Mannschaftskameraden aber zusehends ins Abseits. Nun scheinen die Tage von Dundee in Karlsruhe gezählt.

Wechsel zur Hertha - für acht Millionen?

Aus seinen Wechselabsichten hat der Stürmer ohnehin keinen Hehl gemacht. Schon nach der Winterpause kündigte er an, daß "ich einen Wechsel brauche". Selbst Mama Veronica, aus Südafrika eingeflogen, klingelte bei Borussia Mönchengladbach an, um ihren Sohn unterzubringen.

Inzwischen liebäugelt "Crocodile Dundee" aber ganz offensichtlich mit einem Wechsel zu Hertha BSC Berlin. Mit Trainer Jürgen Röber und Manager Dieter Hoeneß führte er gemeinsam mit seiner Frau sowie Berater Wacker am Rande des Spiels in Karlsruhe (0:2) aussichtsreiche Gespräche.

Wenn der KSC will, muß Dundee aber auch im Falle eines Abstiegs bleiben. Lieber wäre es den Vereinsverantwortlichen aber, wenn ein Klub die festgeschriebenen acht Millionen Mark Ablöse zahlt und der Ärger mit dem einstigen Superstar endlich ein Ende hätte. Barbara Leicht, sid

Letzte Änderung: 09.04.1998 17:18 von to
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