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  • Das Original-Rezept von Guildo Horns Mutter
  • Mehr vom "Meister" im Magazin
  • Des "Meisters Nußecken" werden Trendgebäck

    Hamburg - Sie sind das Lieblingsnaschwerk des Meisters - und offenbar auch von immer mehr Deutschen: Nußecken. Seit dem Überraschungscoup von Schlagersänger Guildo Horn bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix d'Eurovision haben Bäckereien vor allem im Westen und Norden der Republik ihr Sortiment um "Meister Nußecken", "Guildos Nußecken" oder sogar "Des Meisters Nußecken" erweitert. Zumindest aber nutzten sie die Gunst der Stunde und gaben der Leckerei getreu dem neuen Zeitgeist den entsprechenden Namen.

    Der findige Bäckermeister Jens-Peter Könecke aus dem Städtchen Winsen südlich von Hamburg fischte sich das Originalrezept nach Guildo Horns Mutter gleich aus dem Internet und landete "einen richtigen Verkaufsschlager". 2000 Stück gehen pro Woche in seinen neun Filialen der Bäckerei Rundt in und um Winsen über die Ladentheke. "Ich finde das witzig", sagt er, obwohl er sich häufig vorwerfen lassen muß, "dafür" auch noch Werbung zu machen. Auf seinen Firmenwagen und in den Läden preist er seinen süßen Hit jetzt mit "Des Meisters Nußecken - Guildo hat Euch lieb" an.

    Nußecken-Boom in NRW

    Einen wahren Nußecken-Boom registrieren auch die Bäckereien in Nordrhein-Westfalen - der Hochburg der Guildo Horn-Fans. Nach Schätzungen der rheinischen Bäckerinnung werden derzeit fast doppelt so viele Ecken verkauft, wie vor dem Sieg bei der Vorentscheidung. Innungssprecher Josef Hinkel selber habe seine Produktion von 50 Stück pro Woche auf 180 hochgefahren. Anders als der Meister, bevorzugten die Rheinländer aber offenbar einen Schokoladenrand um das Backwerk.

    In Trier, der Heimatstadt des Schlagerbarden, kamen die Konditoren anfangs gar nicht mit dem Backen nach. Bis zu 500 Nußecken wurden in einigen Bäckereien täglich verlangt. Noch immer ist sie "der absolute Renner", berichtet Bernd Bley, Obermeister der Konditoreninnung im Regierungsbezirk Trier. Er hat auch die größte Nußecke der Welt für das Dankes-Konzert des Meisters für seine Fans gebacken. Um dem Original besonders nahe zu kommen, hat sich Konditor Walter Raab extra mit "Mutter Horn" alias Liselotte Köhler abgesprochen: "Wir nehmen statt Butter noch ein bißchen Eiweiß dazu, damit die Ecke mehr glänzt", verrät er. Für Öko-Fans gibt es in Trier die Nußecke aus Dinkelmehl, Nüssen und Honig.

    Kopfschütteln im Osten

    Kopfschütteln dagegen im Osten: In Berlin zählen Nußecken nicht zum Standartangebot der Bäckereien. Auch in Schleswig-Holstein scheinen die Horn-Fans nicht mit ihrem Meister naschen zu wollen. In München ist es ebenfalls schwierig Nußecken aufzutreiben - und wer sie führt, erkennt keinen Absatzboom. Sogar die Rheinland-Pfälzer, die unmittelbaren Nachbarn Guildo Horns, können sich für sein Lieblingsgebäck offenbar nicht begeistern: "Nur weil dieser Barde gerne Nußecken ißt, verkaufen wir noch lange nicht mehr davon", sagt Bäckermeister Heinz-Gregor Kippert aus Mainz. "Nußecke bleibt Nußecke. Etwas wie Guildo-Ecken machen wir nicht." DPA; Archivbild: DPA

    Letzte Änderung: 11.04.1998 21:00 von jo
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