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Karlsruher SC - FC Schalke 04 0:0

KSC zuhause mit Ladehammung

Karlsruhe - Rudi Assauer platzte fast der Kragen. Nicht etwa, weil der Manager des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 mit dem 0:0 der "Königsblauen" beim abstiegsgefährdeten Karlsruher SC haderte. Zielscheibe seiner giftigen Attacken war vielmehr Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg), der den Schalkern vor der Partie kurzerhand das gelb-blaue KSC-Ersatztrikot statt des blau-weißen Vereinstrikots verordnete hatte - aus Angst vor Irritationen auf dem Spielfeld.

"Das ist eine Lachnummer, eine Frechheit. Wenn unser Sponsor Schadensersatzklage erhebt, werden wir die an den DFB oder Herrn Fandel weiterleiten. Künftig entscheiden die Schiedsrichter noch, in welchen Schuhen wir spielen", wetterte Assauer und erinnerte süffisant daran, daß man schon im Uefa-Cup gegen eine Mannschaft gespielt habe, die ebenfalls weiße Hosen getragen habe. Fandel hatte sich an den drei blauen Streifen auf dem weißen KSC-Trikot gestört - und weil die Heimmannschaft nicht tauschen wollte, mußte Schalke dran glauben. Nationalspieler und Libero Olaf Thon nahm es mit Humor: "Das ist doch kein Problem. Wenn der Schieri sich geblendet fühlte, dann machen wir das doch gerne."

"Die Torgefährlichkeit ist und bleibt unser großes Problem"

Am Trikottausch lag es freilich nicht, daß beide Mannschaften auf dem Platz vor 33.500 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion wenig Erbauliches boten. "Wir sind sehr zufrieden, daß wir ein 0:0 erreicht haben, zu Null zu spielen, war unser oberstes Ziel", meinte Thon. Trainer Huub Stevens sah es ähnlich: "Nach zwei Niederlagen war es wichtig, daß die Null wieder steht." Katerstimmung dagegen beim KSC, der nach der neuerlichen Pleite wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht ist. Seit nunmehr fünf Stunden haben die Badener kein Heimtor mehr erzielt, und auch gegen Schalke waren Torschüsse Mangelware. "Die Torgefährlichkeit ist und bleibt unser großes Problem. Uns fehlt vorne ein Killer", so Trainer Jörg Berger, der seiner Mannschaft dennoch ein Lob aussprach. "Das war ein kleiner Schritt nach vorne. Aber uns bleibt nicht mehr viel Zeit."

Ein Spieler mit Killerinstinkt war einst der zur Zeit verletzte Sean Dundee, von Berger ob zahlreicher Eskapaden inzwischen aber ausgemustert. "Wir brauchen über Dundee nicht zu reden. Er wird in den nächsten zwei, drei Wochen nicht fit sein und außerdem verhält er sich nicht so, wie er sich verhalten sollte", meinte Berger ausweichend. Vielleicht ist die Tür für den einstigen Superstar aber doch noch nicht ganz zugeschlagen. Bei noch drei ausstehenden Spielen wird es für den KSC laut Guido Buchwald - gegen Schalke rotgesperrt - "verdammt eng". Noch haben es die Badener aber selbst in der Hand, sich aus dem Abstiegsstrudel zu befreien. Richtungweisend wird das kommende Auswärtsspiel beim VfL Bochum - einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. In Bochum soll auch Buchwald wieder spielen können - die Berufung des KSC gegen die zweiwöchige Spielsperre wird am Dienstag verhandelt. Vielleicht kann der Karlsruher SC dann zumindest vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Sieg erringen. Barbara Leicht, sid - Foto: dpa

Letzte Änderung: 19.04.1998 13:34 von jp
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