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Die Chronologie des RAF-Terrors

Hamburg - Mindestens 30 Menschen wurden bei Anschlägen deutscher Linksterroristen und sympathisierender Araber getötet, seit die "Rote Armee Fraktion" 1970 zum "bewaffneten Widerstand" überging. Die Gruppe um Andreas Baader und Ulrike Meinhof hinterließ 20 Jahre lang eine blutige Spur des Terrors. Obwohl der Staat mit harten Maßnahmen reagierte, versuchte die RAF immer wieder, ihre 1972 festgenommenen Anführer aus der Haft in Stuttgart-Stammheim freizupressen. Mit der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer eskalierte die Gewalt. Eine Chronologie der terroristischen Anschläge um den blutigen "Deutschen Herbst" im Jahre 1977:

  • 10.11.74

    Der Präsident des Berliner Kammergerichts, Günter von Drenkmann, wird von Mitgliedern der "Bewegung 2. Juni" erschossen.

  • 24.04.75

    Militärattache Andreas von Mirbach wird beim Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm getötet; Botschaftsrat Heinz Hillegaart erliegt später seinen Verletzungen.

  • 29.03.77

    Die in Stammheim einsitzenden RAF-Mitglieder treten in einen Hungerstreik, um gegen ihre "Isolationshaft" zu protestieren.

  • 07.04.77

    Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter werden in Karlsruhe ermordet.

  • 28.04.77

    Nach fast zweijähriger Verhandlungsdauer verurteilt das Oberlandesgericht Stuttgart die RAF-Anführer Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe zu lebenslanger Haft. Ulrike Meinhof hatte sich im Mai 1976 das Leben genommen.

  • 02.06.77

    Das Landgericht Kaiserslautern verurteilt im sogenannten Kleinen Baader-Meinhof-Prozeß Manfred Grashof und Klaus Jünschke zu lebenslangen Haftstrafen.

  • 20.07.77

    Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilt vier RAF- Mitglieder wegen Überfalls auf die deutsche Botschaft in Stockholm zu lebenslangen Freiheitsstrafen.

  • 30.07.77

    Jürgen Ponto, Vorstandsvorsitzender der Dresdner Bank, wird in seinem Haus in Oberursel bei Bad Homburg erschossen. Die tödlichen Schüsse sollen die 1985 zu lebenslanger Haft verurteilten Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt abgegeben haben.

  • 05.09.77

    Der Präsident der Arbeitgeberverbände und des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Hanns Martin Schleyer, wird in Köln entführt. Sein Fahrer und drei Polizisten werden getötet.

  • 22.09.77

    Der mutmaßliche Buback-Attentäter Knut Folkerts wird in den Niederlanden nach einem Feuergefecht, bei dem ein Polizist stirbt, festgenommen.

  • 29.09.77

    Der Bundestag verabschiedet ein Gesetz über eine zeitlich begrenzte Kontaktsperre für inhaftierte Terroristen.

  • 13.10.77

    Vier palästinensische Terroristen entführen die Lufthansa- Maschine "Landshut" mit 91 Menschen an Bord nach Somalia, um die Freilassung von elf RAF-Häftlingen zu erpressen.

  • 17.10.77

    Flugkapitän Jürgen Schumann wird in Aden von den Flugzeugentführern erschossen.

  • 18.10.77

    Ein Kommando des Bundesgrenzschutzes (GSG 9) stürmt in Mogadischu die Maschine und befreit die Geiseln. In Stammheim begehen die inhaftierten Terroristen Baader, Ensslin und Raspe Selbstmord.

  • 19.10.77

    Hanns Martin Schleyer wird im Elsaß ermordet aufgefunden.

  • 20.10.77

    Wegen der Selbstmorde in Stammheim erklärt der baden- württembergische Justizminister Bender seinen Rücktritt.

  • 12.11.77

    Die in München inhaftierte Terroristin Ingrid Schubert begeht in ihrer Zelle Selbstmord.

  • Nach 1977

    Die Nachfolge-Generation der RAF setzt die Welle der Gewalt fort. Zu den prominentesten Opfern zählen: Siemens-Manager Harl Heinz Beckurts (1986), Deutsche Bank-Vorstandsprecher Alfred Herrhausen (1989) und Treuhandchef Detlev Karsten Rohweder (1991). dpa

  • Letzte Änderung: 20.04.1998 17:19 von aj
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