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Umweltkatastrophe in Südspanien

Ufer von Nationalpark verseucht

WWF: Bereits Vögel durch hochgiftige Abwässer verendet

Madrid - Die Umweltkatastrophe in Südspanien greift nach Angaben von Naturschützern zunehmend auf das Donana-Reservat, Europas größtes Vogelschutzgebiet, über. Die zum Nationalpark gehörenden Ufer des Guadalquivir seien von den hochgiftigen Abwässern verseucht worden, die aus dem geborstenen Auffangbecken einer schwedischen Bergbaufirma geflossen waren, teilte die Organisation Worldwide Fund for Nature (WWF) am Dienstag in Madrid mit. Dort seien bereits Vögel verendet. Ein Sprecher: "Der Nationalpark ist von der Katastrophe betroffen.".

Das spanische Umweltministerium betonte unterdessen, es sei "völlig ausgeschlossen", daß die Giftstoffe in den Kern des Parks gelangten, wo 125 Arten von Vögeln nisten. Die giftige Flut, die neben Säure auch mehrere Schwermetalle wie Blei, Zink oder Kadmium enthielt, sei sechs Kilometer vor den Grenzen des Parks gestoppt worden.

Weiter Gift eingeleitet

Nach Berichten der spanischen Presse wurden unmittelbar nach der Umweltkatastrophe weitere Gift-Abwässer in den Fluß Guadiamar geleitet, der das Donana-Reservat mit Wasser versorgt. Die Einleitung sei mit Zustimmung der Behörden erfolgt, hieß es. Sie sei angeblich für die Abdichtung des geborstenen Auffang-Beckens notwendig gewesen. Am Samstag waren fünf Millionen Kubikmeter hochgiftige Abwässer in den Guadiamar geströmt und hatten große Flächen am Rande von Europas größtem Vogelschutzgebiet verseucht.

Wissenschaftler: Giftflut ist eine "Zeitbombe"

Die Giftflut sei eine "Zeitbombe" für das Vogelschutzgebiet, erklärten Wissenschaftler mehrerer spanischer Universitäten auf einer Tagung in Madrid. Es sei nicht auszuschließen, daß der Naturpark irreparable Schäden erleide.

Sicherheitsstandards eines Landes der Dritten Welt?

Der geborstene Stausee, in dem die schwedische Firma Boliden Apirsa die giftigen Abwässer aus ihren Bergwerken bei Sevilla sammelte, habe die Sicherheitsstandards eines Landes der Dritten Welt gehabt. Inspektoren der andalusischen Regionalregierung hatten das Becken wenige Stunden vor der Katastrophe inspiziert, aber keine Mängel festgestellt. dpa - Foto: AP

Letzte Änderung: 28.04.1998 16:28 von aj
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