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. . . Kostet Zolas "Blitztor" Löw den Job?

Fassungslos: Bobic und Akpoborie.  
Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder ging sogar völlig auf Tauchstation, ließ selbst ein Fernsehinterview platzen und erschien nach dem Spiel nicht in der Kabine. VfB-Generaldirektor Ulrich Schäfer verschwand wortlos Richtung Hafen. Der Skandal um VfB-Star Krassimir Balakow, der einen Stuttgarter Journalisten auf dem Hinflug geohrfeigt und ihm einen Kopfstoß verpaßt haben soll - Balakow bestreitet hingegen die Vorwürfe -, hatte den Trip nach Schweden ohnehin schwer belastet. Aufgrund von Sicherheitsbedenken waren die mitgereisten Medienvertreter vom Bankett nach dem Endspiel ausgeladen worden. Allerdings beherrschte die Diskussion über die Zukunft von VfB-Coach Joachim Löw das Geschehen nach der Finalniederlage.

Fredi Bobic ("Das wir über Fehler reden und daraus lernen müssen, heißt nicht, daß es notwendig ist, den Trainer zu wechseln"), kündigte erneut an, sich bei der Klubführung für Löw, der kurz vor dem Rauswurf steht, einzusetzen. "Es ist bitter, durch ein solches Tor zu verlieren", klagte der blasse Stürmer, der nur in der ersten Hälfte eine einzige Chance verbuchen konnte. Viel zu spät aber brachte Löw mit Kristijan Djordjevic (75.) neuen Schwung ins Flügelspiel.

"Für mich ist die Saisonbilanz positiv"

Der in Schweden gelbgesperrte Kapitän Frank Verlaat forderte das Präsidium zu einer schnellen Entscheidung in Sachen Trainer auf. "Der Verein muß sich endlich entscheiden", sagte der Niederländer. "Es war mehr drin in dieser Saison. Wir haben etwa acht Spiele leichtfertig vergeben." Unverhohlene Kritik übte auch Murat Yakin, der mit dem 1. FC Kaiserslautern in Verbindung gebracht wird: "Man muß über vieles reden, so wie es dieses Jahr gelaufen ist, kann man nicht zusammenarbeiten."

Kampflos aber will Löw das Feld offenbar nicht preisgeben. "Ich sehe dem Gespräch gelassen entgegen. Der Verein muß auf mich zukommen. Ich habe einen Vertrag bis 1999. Es müssen einige harte Worte fallen. Für mich ist die Saisonbilanz positiv", sagte Löw, dessen Zeit trotzdem abgelaufen scheint. Der 38 Jahre alte Coach wird wohl durch den ehemaligen Karlsruher Winfried Schäfer ersetzt, der mit VfB-Boß Mayer-Vorfelder kurz vor der Einigung stehen soll. Bereits für den Freitag soll ein weiterer Verhandlungstermin vereinbart worden sein. Offenbar geht es nur noch um Vertragslänge und Gehalt.

Die Sieger genossen ihren Triumph überschwenglich. "Wir sind sehr glücklich. Vor 27 Jahren hat der Club zum letzten Mal einen Europapokal gewonnen. Heute waren wir eine hungrige Mannschaft, die unbedingt gewinnen wollte", jubelte Chelseas Spielertrainer Gianluca Vialli, der in einem beherzten Duell gegen einen überragenden Thomas Berthold glänzte. Torschütze Gianfranco Zola (71.) kam nach seinem "goldenen Blitztor" nach 23 Sekunden gleich mit dem Pott zur Pressekonferenz: "Ein Traum für uns. Der Klub hat mir vertraut, als ich meine Verletzung zehn Tage in Italien auskuriert habe. Das Vertrauen habe ich heute zurückgegeben." Oliver Trust, sid - Fotos: Reuters, AP

Letzte Änderung: 14.05.1998 15:55 von jp
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