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Warten auf Außerirdische

Gesellschaft registriert UFO-Sichtungen in Deutschland

Hamburg - Beim Blick durch das Wohnzimmerfenster verschlägt es der alten Dame die Sprache: Am Himmel schwebt ein zigarrenförmiges Objekt, das urplötzlich in der Nacht über Hamburg verschwindet. Eher dreieckig ist dagegen die Erscheinung, die vor den Augen eines Hamburgers nachts minutenlang über der Elbe kreist. Zigarre und Dreieck sind ein Fall für den Hamburger Martin Buschmann. Am Südrand der Hansestadt leitet der 28jährige Kaufmann eine bundesweite Meldestation für UFO-Sichtungen.

Martin Buschmann präsentiert einen Querschnitt einer UfO-Vision, gezeichnet nach Augenzeugenberichten.

Seit drei Jahren amtiert Buschmann als Präsident der UFO-Studiengesellschaft "GAP Germany", die Ungläubige mit unbekannten Flugobjekten und Besuchern anderer Planeten vertraut machen will.

Dazu hat die 1959 in den USA gegründete Gesellschaft in ihrer internationalen Zentrale in Kopenhagen alles über Außerirdische erfaßt. Allein in Japan zählt GAP über 5.000 Mitglieder, in Deutschland sind es dagegen erst 100.

"Über 90 Prozent Unsinn"

Rund ein Dutzend UFO-Sichtungen gehen monatlich bei Buschmann ein. Zeugen erhalten einen Meldebogen, in dem sie neben Ort, Uhrzeit und Wetter auch nach Geräuschen, UFO-Insassen und deren Kleidung gefragt werden. Idealerweise hat der Beobachter ein Foto gemacht oder einen Videofilm von der seltenen Begegnung gedreht.

Die Auswertung der Meldebögen ist für Buschmann fast immer eine Enttäuschung. "Über 90 Prozent der UFO-Sichtungen sind Unsinn", sagt er. Satelliten und Wetterballone würden ebenso für geheimnisvolle UFOs gehalten wie Meteoriten oder Disko-Scheinwerfer. Oft sei auch Betrug im Spiel, selbst Radkappen habe man ihm schon als UFO andrehen wollen. Nur rund 20 ernstzunehmende Sichtungen hat der Hamburger in den letzten drei Jahren registriert.

Buschmann glaubt an Beweise für UFOs

Größtes Problem ist es laut Buschmann, UFO-Sichtungen überhaupt erst in Erfahrung zu bringen. Viele Zeugen behielten ihre Entdeckung für sich oder würden von der Polizei abgewimmelt. Dabei gebe es genügend Beweise für die UFO-Existenz, wie Massensichtungen in Mexiko und Belgien belegten, sagt Buschmann. Schließlich zähle sogar der frühere US-Präsident Jimmy Carter zu den UFO-Zeugen.

Mit Briefen und Memoranden kämpft Buschmann bei Institutionen und Politikern dafür, daß das UFO-Thema ernst genommen wird. Bundeskanzler Helmut Kohl wurde ebenso kontaktiert wie der Vatikan und die NATO. Doch auch hier ist das Ergebnis eher deprimierend. "Wir werden meist mit belanglosen Briefen abgewimmelt", klagt Buschmann. Das Forschungsministerium habe sich gar erdreistet, auf zwei verschiedene Anfragen eine vorgedruckte Antwort zu verschicken. Und eine Anfrage beim Bundesnachrichtendienst über die UFO-Akten der Stasi sei seit zwei Jahren ohne Antwort. Von Manfred Rolfsmeier (ap) - Foto: ap

Letzte Änderung: 14.05.1998 16:33 von aj
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