Neue Aufnahmen des Weltraumteleskops "Hubble":Schwarzes Loch frißt Galaxie"Galaktischer Kannibalismus" im Sternbild ZentaurWashington - Das Weltraumteleskop "Hubble" hat einen Fall von "galaktischem Kannibalismus" enthüllt. Mit einer Spezialkamera blickten Astronomen durch die Staubschleier des Sternbilds Zentaur und entdeckten dort in der Galaxie Centaurus A ein riesiges Schwarzes Loch, das eine kleinere Spiralgalaxie auffrißt. Die Himmelserscheinung erregte die Aufmerksamkeit der Forscher, da sie extrem energiereiche Radiosignale sowie Gamma- und Röntgenstrahlen aussendet.
Centaurus A, seit 1847 bekannt, ist die erdnächste sogenannte aktive Galaxie. Sie ist etwa zehn Millionen Lichtjahre entfernt und damit 100mal näher als die meisten ähnlichen Objekte im Weltall. Es wurde lange vermutet, daß die abgestrahlte Energie aus einem Schwarzen Loch stammt. Diese extrem dichten Körper sind Überbleibsel von Explosionen riesiger Sterne und so schwer, daß sie alles aus ihrer Umgebung mit unvorstellbarer Kraft an sich ziehen.
Masse von einer Milliarde SonnenNach Angaben des Astronomen Ethan Schreier vom Space Telescope Science Institute in Baltimore ist das Schwarze Loch in der Galaxie NGC 5128 im Zentaur etwa so groß wie unser Sonnensystem, hat aber die Masse von einer Milliarde Sonnen. Die Galaxie selbst ist etwa 50mal größer als unsere Milchstraße, die 100 Milliarden Sterne enthält. Bislang wurde angenommen, daß sie mit einer kleineren Galaxie zusammengestoßen ist.
Verdrehte Scheibe heißen GasesDie Infrarotkamera von "Hubble" zeigt nun eine verdrehte Scheibe heißen Gases, das wie in einem Abfluß spiralförmig ins Zentrum gezogen wird, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Bei der Beschleunigung wird das Material auf mehrere Millionen Grad aufgeheizt, wobei ein heißer Gasstrom nach außen schießt, der etwa ein Hundertstel der Lichtgeschwindigkeit erreicht. Dieser sogenannte Jet sendet auch die energiereichen Strahlen aus. ap - Foto: Nasa (größer, 37 KB) |
| Letzte Änderung: 15.05.1998 16:50 von aj |