500 Millionen sehen Champions-League-Finale"Real gehört an Europas Spitze"Neuss - Das "Duell der Giganten" im europäischen Vereinsfußball zwischen Juventus Turin und Real Madrid am Mittwochabend in Amsterdam sprengt alle Dimensionen. Der Kampf um Europas Fußball-Thron im Finale der Champions League (20.45 Uhr live bei RTL) zwischen dem italienischen und spanischen Rekordmeister avanciert zum globalen Mega-Ereignis und erreicht dabei Ausmaße eines Endspiels um die Weltmeisterschaft. Rund 500 Millionen Menschen in über 200 Ländern werden die Entscheidung im Kampf um die Nachfolge von Borussia Dortmund, in dem eine Ansammlung von 19 internationalen und 78 nationalen Titeln sowie 29 Nationalspielern aufeinandertrifft, verfolgen.
"Was nach dem Finale geschieht, werden wir sehen"Real ist mit insgesamt sogar 53 Titeln noch erfolgreicher, wartet aber jetzt schon 32 Jahre auf den erneuten Gewinn der Landesmeister-Pokals, der schon sechsmal im Trophäensaal der "Königlichen" stand. "Real muß wieder dorthin kommen, wo es aufgrund seiner Geschichte hingehört: an die Spitze Europas. Ein Sieg über Juventus kann die verkorkste Saison retten", fordert Real-Präsident Lorenzo Sanz. Aber auch wenn der Rekordsieger durch einen Sieg ein weiteres Kapitel Europapokalgeschichte schreiben würde, steht Trainer Jupp Heynckes bei den Madrilenen vor dem Aus. "Was nach dem Finale geschieht, werden wir sehen", läßt Sanz die Zukunft des deutschen Coaches trotz des noch bis 1999 laufenden Vertrages offen.Ex-Nationalspieler Heynckes dagegen sieht seine Zukunft in Madrid weiter zuversichtlich: "Mein Wunsch ist, mein 100. Europapokalspiel als Titelverteidiger zu erleben." Am Mittwoch wird Heynckes zum 99. Mal in einem internationalen Wettbewerb auf der Trainerbank sitzen. Doch auch die Italiener sind äußerst selbstbewußt und wollen die ein Jahr zurückliegende Schmach von München vergessen machen. "Die Wunde, die uns Borussia Dortmund 1997 zugefügt hat, ist mittlerweile verheilt. Unser Wille, den Pokal zu holen, ist viel zu stark, als daß wir ihn uns diesmal entgehen lassen würden", tönt "Juve"-Star Alessandro Del Piero vor dem Hit, der von Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug aus Gelsenkirchen geleitet wird. 350.000 Mark für jeden SpielerDen dritten Triumph im Landesmeister-Wettbewerb nach 1985 und 1996 fordert auch Turins Ehrenpräsident und Fiat-Besitzer Gianni Agnelli: "Der Sieg in der Champions-League hat mindestens den gleichen Stellenwert wie der Erfolg in der Meisterschaft. Nur durch einen Erfolg über Real können wir am Weltpokalfinale teilnehmen und das beste Team der Welt werden." Finanziell würde sich der Sieg für die "Juve"-Stars lohnen, denn im Erfolgsfall soll jeder Spieler eine Prämie von umgerechnet rund 150.000 Mark erhalten. Fürstlicher werden die Mannen von Jupp Heynckes entlohnt: umgerechnet rund 350.000 Mark würde jeder Akteur für Reals siebten Triumph im Landesmeister-Wettbewerb kassieren. "Don Jupp" würde für den Champions-League-Titel sogar 707.000 Mark Prämie einstreichen.Summen, die beide Klubs ihren ohnehin schon millionenschweren Stars locker bezahlen können: Auf jeweils umgerechnet rund 30 Millionen Mark - alleine 4,8 Millionen für das Endspiel - belaufen sich die Einnahmen der beiden Finalisten in der diesjährigen Champions-League-Saison. Doch viel mehr als das finanzielle Plus wiegt der Imagegewinn. "Der Europapokal ist wichtiger als der WM-Titel in der Formel 1. Der ist viel schwieriger zu erreichen", meint Agnelli, der als Fiat-Boß auch oberster Ferrari-Chef ist. Beide Trainer können ihre vermeintlich besten Mannschaften aufbieten. Torsten Rumpf und Günter Bork, sid - Foto: Reuters |
| Letzte Änderung: 19.05.1998 17:15 von jp |