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Champions League-Finale: 18 Nationalspieler aus 11 LändernSchaulaufen der Star-Kicker
Amsterdam - Nach dem großen Schaulaufen im letzten europäischen Finale der Saison läuft für die "Multi-Kulti-Teams" von Juventus Turin und Real Madrid der Countdown zur Fußball-Weltmeisterschaft. 21 Tage vor dem großen Spektakel in Frankreich wurde das Champions League-Endspiel in der 50.000 Besucher fassenden Amsterdam Arena zum Stelldichein der Stars. 18 Nationalspieler aus elf Nationen standen in den vorläufigen Aufstellungen ihrer Trainer und sollten vor rund 500 Millionen Fernsehzuschauern in 200 Ländern beim europäischen Elitetreff einen Vorgeschmack auf die WM geben, ehe sie ausschwärmen, um in drei Wochen mit ihren Ländermannschaften um World-Cup-Ehren zu kämpfen. Zidane bringt Licht ins spielerische DunkelDabei bot das Finale teilweise kuriose Konstellationen. Das kongeniale Juve-Duo, Alessandro del Piero und Zinedine Zidane, steht im Mittelpunkt des italienischen Meisters. Nach einer erfolgreichen Saison des französischen Spielmachers und seines italienischen Torjägerkollegen in der Serie A wird das produktive Gespann bei der WM-Endrunde gegeneinander um die Krone kämpfen. Für Frankreichs Nationaltrainer Aime Jaquet steht der Gewinner schon fest. "Zidane ist ein Spieler wie Platini. Er allein kann Licht in die Dunkelheit eines Spiels bringen. Mit ihm kann Frankreich Weltmeister werden", erklärte der Coach. Der 26jährige Sohn algerischer Einwanderer genießt eine Ausnahmestellung in der "equipe tricolore". "Für mich ist er der beste Fußballer der Welt", schwärmt Nationalmannschaftskollege Christophe Dugarry.Kultstatus: del Piero
Einen Kultstatus hat auch der drei Jahre jüngere Torjäger del Piero jenseits der Alpen längst erlangt. Mit 49 Treffern in 112 Ligaspielen hat der unberechenbare Angreifer, der in der laufenden Champions League Rekordtorschütze ist, längst den Respekt routinierter Abwehrrecken erlangt. Juve-Coach Marcello Lippi sagt seinem Schützling ein großes Turnier voraus: "Er ist ein großer Spieler, der auf lockere und erfolgreiche Weise lebt und eine Augenweide für jeden Fan ist." Ehrenpräsident und Fiat-Boß Giovanni Agnelli hat ihm angesichts seiner technisch vollkommenen Ballbehandlung sogar den Kosenamen "Pinturicchio" verliehen, in Anlehnung an einen berühmten Maler des 15. Jahrhunderts. Spannender Zweikampf: Inzaghi gegen PanucciWährend Zidane und del Piero in ihren Klubs gemeinsam zaubern, aber im Nationalteam gegeneinander wetteifern, sollten sich am Mittwoch abend die beiden Italiener Filippo Inzaghi (Juventus) und Christian Panucci (Real) als Kontrahenten gegenüberstehen. Der 24 Jahre alte Stürmer Inzaghi, der mit seinen drei Treffern beim 3:2- Erfolg über Bologna der "alten" Dame vorzeitig den 25. Meistertitel sicherte, und Verteidiger Panucci, der mit Real gerade noch einen Uefa-Cup-Rang in der spanischen Liga erreichte, sind sogar gute Freunde und telefonieren häufig miteinander. Nur vor dem Champions League-Finale lagen sie nicht auf einer Wellenlänge und waren vom Erfolg ihre Klubs überzeugt: "Christian hatte mir gesagt, Real werde gewinnen", so Inzaghi, der die Antwort nicht schuldig blieb: "Diesmal irrst du."Ein Wiedersehen an alter gemeinsamer Wirkungsstätte feierten Edgar Davids von Juventus und Real-Spielmacher Clarence Seedorf. Für die beiden niederländischen Nationalspieler, die 1995 mit Ajax Amstderdam noch Seite an Seite den begehrten Landesmeistercup errangen, bot der Auftritt in der alten Heimat jedoch zugleich ein Novum: Die früheren Weggefährten freuten sich auf ihren ersten Auftritt in der großartigen Atmosphäre der zu Saisonbeginn fertiggestellten schmucken Arena. Ulli Brünger, dpa - Fotos: AP, Reuters |
| Letzte Änderung: 20.05.1998 17:10 von ar |