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Hintergrund:

Entführungen von Millionären

Hamburg - Immer wieder haben Verbrecher reiche Deutsche oder deren Angehörige entführt, um hohe Lösegelder zu erpressen. Spektakuläre Fälle aus den vergangenen Jahren:

19.10.1976: Der Brauerei-Erbe ("Karlsberg") Gernot Egolf (32) wird aus Homburg/Saarland entführt und in einem Bunker bei Birkenfeld gefangengehalten, wo er angekettet an Unterkühlung stirbt. Ein Waldarbeiter und ein Heizungsmonteur werden als Kidnapper gefaßt.

03.11.1976: Der Springreiter Hendrik Snoek (28) wird aus seiner Wohnung in Münster entführt. 65 Stunden später wird der Juniorchef der Verbrauchermarktkette "Ratio" nach Zahlung von fünf Millionen Mark Lösegeld aus dem Kabelschacht einer Autobahnbrücke befreit. Die Täter werden im Februar 1977 gefaßt.

14.12.1976: Der Industriellen-Sohn Richard Oetker (25) wird in Freising bei München entführt. Zwei Tage danach wird der Student gegen die Rekord-Lösegeldsumme von 21 Millionen Mark wieder freigelassen und schwer verletzt in einem Forst bei München aufgefunden. Als Täter wird 1979 der Gebrauchtwagenhändler Dieter Zlof ermittelt. Er hatte 1000-Mark-Scheine aus der Lösegeldsumme in Umlauf gebracht.

03.11.1980: Cornelia Becker (11), Tochter eines Klebstoff- und Lackfabrikanten aus dem badischen Weingarten, wird auf dem Schulweg gekidnappt und anschließend getötet. Der Täter versucht die Familie in mehreren Briefen um zwei Millionen Mark zu erpressen; die Übergabe scheitert. Am 20. Dezember wird das ermordete Kind bei Karlsruhe gefunden, einen Tag danach kann der Mörder gefaßt werden.

18.12.1981: Die Bankierstochter Nina von Gallwitz (8) wird in Köln-Hahnenwald entführt. Das Kind wird erst fünf Monate später, am 15. Mai 1982, auf einer Autobahnraststätte bei Solingen wieder freigelassen, nachdem die Eltern 1,5 Millionen Mark Lösegeld gezahlt haben. Ein Teil der Summe wird sichergestellt. Die Täter werden nicht gefaßt.

23.12.1987: Lars (16) und Meike (14) Schlecker, Kinder des Drogeriefilialen-Inhabers Anton Schlecker, werden aus ihrem Elternhaus in Ehingen (Schwäbische Alb) verschleppt. Drei Gangster hatten die Familie am Vorabend überfallen. Die Täter erpressen ein Lösegeld in Höhe von 9,6 Millionen, das am Morgen übergeben wird.

25.03.1996: Jan Philipp Fürchtegott Reemtsma (43), Millionenerbe und Enkel des Hamburger Zigarettenfabrikanten Bernhard Reemtsma, wird vor seinem Haus in Hamburg entführt. Nach 33 Tagen wird Reemtsma freigelassen, nachdem zuvor ein Lösegeld von 30 Millionen Mark an die Geiselganster gezahlt wurde. Wenig später werden zwei der Täter in Spanien gefaßt. Der mutmaßliche Drahtzieher Thomas Drach wird zwei Jahre nach der Entführung in Buenos Aires festgenommen. Der Großteil des Lösegeldes bleibt verschwunden. dpa

Letzte Änderung: 14.06.1998 22:06 von jo
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