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Gestohlene Bilder von Cezanne und van Gogh sichergestellt

Kunstraub von Rom aufgeklärt

Rom - Sieben Wochen nach dem spektakulären Kunstraub in Rom hat die italienische Polizei die drei gestohlenen Gemälde von Paul Cezanne und Vincent van Gogh sichergestellt. Die Bilder, deren Gesamtwert auf bis zu 60 Millionen Mark geschätzt wird, sollten nach Angaben der Behörden auf dem illegalen Kunstmarkt verkauft werden.

Acht Personen wurden festgenommen, darunter die drei Männer, die in die römische Galerie für moderne Kunst eingedrungen waren, sowie zwei Wächterinnen des Museums.

Weltweites Aufsehen

Der Raub - zwei Van-Gogh-Porträts und eine Landschaft von Cezanne - hatte im Mai weltweit Aufsehen erregt. Die Täter hatten sich unter das Publikum gemischt. Nach Schließung des Museums gegen 22.00 Uhr zwangen sie mehrere Angestellte mit vorgehaltener Pistole, die Alarmanlage abzuschalten. Sie fesselten und knebelten die Frauen, sperrten sie in eine Toilette und machten sich in aller Ruhe an die Arbeit. Um keine Spuren zu hinterlassen, trugen die Diebe keine Schuhe. Unklar ist nach wie vor, warum sie andere wertvolle Meisterwerke von Monet oder Degas unbeachtet hängen ließen.

Gemälde unter Betten versteckt

Die Gemälde wurden bei einer Polizeiaktion am Montag morgen in Privatwohnungen in einfachen Wohnvierteln in Rom und Turin sichergestellt. Zwei waren unter Betten versteckt. Die Kriminalpolizei ist entgegen ersten Vermutungen nicht der Meinung, daß die Mafia hinter dem Verbrechen steckt. "Es gibt keine Anzeichen, daß die Bilder im Auftrag von Hintermännern geraubt wurden." Die beiden Wächterinnen seien Komplizen der Bande gewesen.

Zwei der festgenommenen Männer hätten bereits wegen anderer Verbrechen mehrere Jahre in Belgien in Haft gesessen. Die Untersuchungen gingen weiter. Es hieß lediglich, einer der sechs festgenommen Männer habe in den 70er Jahren für eine rechtsextremistische Organisation in Italien gearbeitet.

"Kulturelles Erbe der Menschheit"

Wieder in sicherem Gewahrsam: van Goghs "Gärtner" (li.) und "Madame Ginoux" sowie "Le Cabanon de Jourdan" von Cezanne.

Der genaue Wert der Bilder läßt sich schwer beziffern. Italiens Kulturminister Walter Veltroni sagte: "Sie gehören zum kulturellen Erbe der Menschheit." Teilweise wird von weit über zehn Millionen Mark gesprochen, das italienische Fernsehen sprach von bis zu 60 Millionen. Allerdings hatte es immer wieder geheißen, die Werke sind dermaßen bekannt, daß sie unmöglich verkauft werden könnten. Nach Angaben der Behörden vom Montag sind die kunsthistorisch äußerst wertvollen Werke völlig unversehrt.

Bei den zwei Werken van Goghs (1853-1890) handelt es sich um die einzigen Bilder des Meisters, die in Italien ausgestellt waren. Eines zeigt ein Porträt der Madame Ginoux, die den geistig verwirrten Künstler vor seinem Selbstmord gepflegt hatte. Das andere entstand 1889 und zeigt einen "Gärtner". Das Landschaftsbild von Cezanne (1839-1906), "Le Cabanon de Jourdan" (Die Hütte von Jourdan) ist das letzte Ölbild des Künstlers. Das 65 mal 81 Zentimeter große Bild gilt als Cezannes Schlüsselwerk.

dpa - Fotos: Reuters, dpa

Letzte Änderung: 06.07.1998 16:58 von ar
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