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Der Fall Ulrike Everts:

Zwei Jahre zwischen Hoffen und Bangen

Cloppenburg - Zwei Jahre lang tappte die Polizei im Fall der bei einer Ponykutsch-Tour verschwundenen 13jährigen Ulrike Everts aus dem niedersächsischen Jeddeloh im Dunkeln. Für Ulrikes Eltern war es eine zermürbende Zeit zwischen Hoffen und Bangen - eine Chronologie:

11. Juni 1996:

Ulrike Everts aus Jeddeloh (Kreis Ammerland) fährt mit ihrer Pony-Kutsche im nahegelegenen Habern aus. Zeugen sehen sie um 15.05 Uhr das letzte Mal. Nur drei Minuten später ist das Kind spurlos verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei geht zunächst von einer Vermißtensache aus. Eine Suchaktion läuft an.

12. Juni 1996:

Mehr als 200 Polizisten und Freiwillige des Heimatortes von Ulrike suchen ergebnislos nach dem Kind.

17. Juni 1996:

Die Sonderkommission "Kutsche" stellt die Suche mit mehreren hundert Menschen ein. Die Bewohner von Jeddeloh sind betroffen und sagen ein Dorffest ab.

23. Juni:

Ulrike wäre an diesem Tag 14 Jahre alt geworden.

24. Juni 1996:

Ein Lautsprecherwagen der Polizei fährt durch Jeddeloh und widerspricht Gerüchten, das Kind sei tot gefunden worden.

23. Juli 1996:

Ulrike ist sechs Wochen verschwunden. Die Polizei prüft 360 Hinweise, hat aber keine heiße Spur. "Wir stehen vor einem Rätsel", sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

19. November 1996:

Ulrikes Eltern erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizei wegen einer angeblichen Ermittlungspanne und leiten eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

9. Januar 1997:

Rolf Diesterweg ermordet im 60 Kilometer entfernten Varel die elfjährige Kim Kerkow. Zunächst wird vermutet, daß er auch etwas mit dem Verschwinden von Ulrike zu tun hat. Die Ermittlungen ergeben aber, daß er für den 11. Juni 1996 ein Alibi hat.

11. Juni 1997:

Ein Jahr nach dem Verschwinden haben die Eltern ihre eigene Suchaktion gestartet. Sie verschicken mehr als 250.000 Plakate in Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Seither hängt in vielen öffentlichen Gebäuden und Geschäften das Foto des Kindes. Immer wieder gibt es Vermutungen, das Kind könnte in ausländische Bordelle verschleppt worden sein. Auch per Internet-Seiten wird nach dem Mädchen gesucht. Allein eine Seite wird mehr als 100.000 Mal abgerufen.

16. März 1998:

Der 30jährige Ronny Rieken verschleppt, mißbraucht und ermordet in Ramsloh (Kreis Cloppenburg) die elfjährige Christina Nytsch.

29. Mai 1998:

Rieken wird nach der größten Gen-Reihenuntersuchung der Kriminalgeschichte wird im Fall Christina überführt.

20. Juli:

Die Hinweise verdichten sich, daß Rieken auch für das Verschwinden von Ulrike Everts verantwortlich ist.

dpa
Gešndert am 21.Juli.1998 18:35 von aj
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