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Werder Bremen - Vojvodina Novi Sad

Werder träumt vom UEFA-Cup

Bremen - Nach fast drei Jahren ohne Otto Rehhagel und ohne internationales Fußball-Flair lechzt man bei Werder Bremen nach Abwechslung vom grauen Bundesliga-Mittelmaß - nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen. "Es wird von Jahr zu Jahr enger, irgendwann verlieren wir bei den Transfers den Anschluß, wenn sich nichts ändert", appelliert Manager Willi Lemke vor dem Finalhinspiel im UI-Cup am Dienstag (20.15 Uhr/live im DSF) gegen Vojvodina Novi Sad an die Einsatzbereitschaft der grün-weißen Profis.

Schließlich braucht der ehemalige Europapokalsieger dringend Geld, um die verletzungsbedingte Vakanz im kreativen Mittelfeld zu beheben. Juri Maximow, Andreas Herzog und Christian Brand stehen für Wochen und Monate nicht zur Verfügung, entsprechend intensiv sichtet Trainer Wolfgang Sidka den Spielermarkt - bislang ohne konkretes Ergebnis. Daß man auf europäischem Terrain vielleicht auch ohne die drei Mittelfeldstrategen auskommen kann, ließe sich mit einem überzeugenden Sieg auf dem frisch eingesäten und mit einer Heizung versehenen Rasen des Weserstadions dokumentieren. Ein gutes Polster brauchen die Hanseaten für das Rückspiel am 25. August, denn das serbische Team gilt als sehr heimstark. In der Vorschlußrunde gewann Novi Sad vor eigenem Publikum mit 4:0 gegen den SC Bastia und machte damit die 0:2-Hinspielniederlage auf Korsika mehr als wett.

Bremer sind gewarnt

Ein Ergebnis, das den Norddeutschen eine Warnung ist. "Bisher war die Qualität unserer Gegner, vorsichtig ausgedrückt, umstritten, jetzt erwartet uns ein echter Prüfstein", glaubt Mittelfeldspieler Marco Bode, zusammen mit Dieter Eilts letzter Rehhagel-Zögling im grün-weißen Trikot und seinerzeit Mitglied eines weit erfolgreicheren Werder-Ensembles.

Novi Sad, 1966 und 1989 Meister des in dieser Form nicht mehr existierenden Jugoslawien, ist ausgeglichen besetzt und stellt derzeit keinen Nationalspieler, der Altersdurchschnitt liegt bei gerade 22,7 Jahren. Coach Tomislav Manojlovic will daher in Bremen vorsichtig taktieren: "Ich wäre auch schon mit einer knappen Niederlage zufrieden." Mit einer derart bescheidenen Zielsetzung wären die übrigen noch im UI-Cup vertretenen Vereine kaum in Bremen angetreten. In den beiden anderen Endspiele (FC Bolgona gegen Ruch Chorzow und Austria Salzburg gegen FC Valencia) treffen weit routiniertere Mannschaften aufeinander.

Andreas Frank, sid
Geändert am 10. August 1998 17:15 von jp
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