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Hertha BSC Berlin - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)

Der Unterschied hieß Preetz

Berlin - Hertha BSC Berlin hat ihn, Eintracht Frankfurt hat ihn nicht: einen Torjäger vom Kaliber des Michael Preetz. "Er hätte unsere Chancen wahrscheinlich reingemacht", meinte Frankfurts Trainer Horst Ehrmantraut nach dem 3:1 (1:1)-Erfolg der Berliner, bei dem Preetz in der 27. und 55. Minute die Wende zugunsten der Hauptstädter einleitete. Mit drei Siegen aus drei Heimspielen mischt der Traditionsklub erstmals seit zwei Jahrzehnten in der Fußball-Bundesliga wieder vorn mit. Frankfurt stürzte mit zwei Punkten aus fünf Spielen dagegen auf den letzten Platz ab.

Alphonse Tchami (81.) setzte den Schlußpunkt in einer turbulenten Partie, die Hertha BSC in der vorigen Saison als Aufsteiger wohl noch verloren hätte. Jetzt aber stand der Bundesliga-Rückkehrer aus Hessen am Ende mit leeren Händen da, obwohl nach der Führung durch den Chinesen Chen Yang (13.) und glasklaren Möglichkeiten vor der Pause zunächst alles auf den ersten Saisonsieg hindeutete.

Stellungsschwächen in der Abwehr, die vertändelte Riesenchance von Ansgar Brinkmann (36.) und Rot für Thomas Sobotzik nach einem Ellenbogencheck gegen Preetz (63.) - all dies blieb am Ende vor knapp 45.000 Zuschauern nicht ungestraft. "Wir machen zu viele anfängerhafte Fehler", stellte Kapitän Ralf Weber fest.

"Wir haben wieder guten Fußball gespielt, aber ich will nichts schönreden. Nur die Fakten zählen", sagte Ehrmantraut und ärgerte sich kräftig über den Hypnoseanfall des Ansgar Brinkmann allein vor Hertha-Torwart Gabor Kiraly: "Das waren fünf Sekunden, wo der wartet, wartet, wartet und sich keinen Zentimeter bewegt. Wenn er das nicht versteht, muß als Konsequenz die Auswechslung kommen." Brinkmann gestand kleinlaut: "Ich bin stinksauer auf mich."

Wer folgt Zemaitat?

Während Ehrmantraut sein riskantes Konzept mit drei Stürmern nicht belohnt sah und sich nun sehnlichst ein Spiel ohne Gegentor wünscht, mußte Hertha-Coach Jürgen Röber notgedrungen auf Offensive setzen. Die Berliner haben Verletzungssorgen im Defensivbereich. Neuzugang Rob Maas fällt noch lange aus, Eyjölfur Sverrisson droht eine Leistenoperation - ebenso so wie Preetz. Umso tiefer atmete Röber durch und befand erleichtert: "Wir hatten diesmal das Glück, das uns beim 3:4 in Kaiserslautern gefehlt hat."

Manager Dieter Hoeneß dementierte am Rande der Partie, daß die Berliner am Ex-Gladbacher Martin Dahlin interessiert sind. Der Schwede stürmt momentan für die Blackburn Rovers in der englischen Premier League. Hoeneß war auf der Ehrentribüne eingerahmt von Vizepräsident Jörg Thomas und Bernd Schiphorst, wies aber Gerüchte zurück, wonach der Vorsitzende des Wirtschaftsrates Nachfolger des zurückgetretenen Hertha-Präsidenten Manfred Zemaitat werden soll.

Robert Semmler, sid - Foto: dpa
Geändert am 20. September 1998 13:18 von jp
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