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Clinton bietet Paula Jones Geld

500.000 Dollar für außergerichtliche Beilegung - Zustimmung

Washington - Die Anwälte von US-Präsident Bill Clinton haben Paula Jones 500.000 Dollar für eine außergerichtliche Beilegung ihrer Klage wegen sexueller Belästigung geboten. Das berichtete die "New York Times" am Freitag unter Berufung auf die Anwälte der ehemaligen Staatsangestellten aus Arkansas. Sie hätten zuvor eine Million Dollar gefordert. Jones Anwälte bestehen demnach nicht mehr auf einer schriftlichen Entschuldigung des Präsidenten, die sie vorher verlangt hatten. Die Klage von Paula Jones ist der Ursprung der Ermittlungen gegen Clinton wegen der Lewinsky-Affäre.

Die ehemalige Sekretärin behauptet, Clinton habe sie 1991 als Gouverneur von Arkansas zu oralem Sex aufgefordert. Clinton bestreitet dies. Eine Richterin hatte die Zivilklage der Frau am 1. April abgewiesen. Nachdem Clinton seine Beziehung zu Monica Lewinsky zugegeben hatte, beantragten die von einer konservativen Stiftung bezahlten Jones-Anwälte die Wiederaufnahme des Verfahrens. Anwälte beider Seiten erörterten nun, ob ein Vergleich erreicht werden kann, bevor im November einem Berufungsgericht mündlich Gründe vorgetragen werden, berichteten verschiedene Zeitungen. Die Ermittlungen in der Lewinsky-Affäre wären von einem solchen Vergleich nicht betroffen.

Abstimmung über Amtsenthebungsverfahren

Das Abgeordnetenhaus könnte schon in zwei Wochen darüber abstimmen, ob eine offizielle Untersuchung zur Amtsenthebung des Präsidenten eingeleitet wird. Der Rechtsausschuß des Hauses sollten am 5. oder 6. Oktober über eine Resolution zu diesem Verfahren entscheiden, die dann an das Parlamentsplenum weitergeleitet werde, kündigte der Ausschußvorsitzende Henry Hyde an. Schneller könne das Gremium nicht vorgehen, entgegnete er dem Drängen des Weißen Hauses, das Verfahren zu beschleunigen. "Ich will wie alle Amerikaner diese Angelegenheit so rasch wie möglich zu einem Abschluß bringen." Die Republikaner, die im Parlament die Mehrheit stellen, erwögen aber kein "Geschäft" mit Clinton über eine geringere Strafe wie einen Tadel oder eine Geldbuße.

Vertrauen von 54 Prozent

Am Freitag wollte der Ausschuß entscheiden, ob und gegebenenfalls welche der noch unveröffentlichten Dokumente Kenneth Starrs freigegeben werden. Es handelt sich um nochmals Tausende von Seiten, darunter auch die beeidete Aussage Clintons zur Jones-Klage.

Die Mehrheit der Amerikaner mißbilligt die Art und Weise, in der die Republikanermehrheit im Justizausschuß die Lewinsky-Affäre behandelt. Das hat eine neue Umfrage im Auftrag der "New York Times" ergeben: 78 Prozent hielten die Ausstrahlung des Videobandes mit Clintons Aussage zur Lewinsky-Affäre für unnötig. Der Rückhalt für den Präsidenten hat seither wieder zugenommen. 54 Prozent finden, man könne seinem Wort als Präsident trauen.

dpa - Foto: AP
Geändert am 25. September 1998 17:54 von aj
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