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Hurrikan macht Geisterstädte

Auf Inselorten kam das öffentliche Leben zum Stillstand

Miami - Hurrikan "George" hat Floridas Inselorte am Freitag in sturmgepeitschten Geisterstädte verwandelt. Auf der Koralleninselkette der Florida Keys im Süden des US-Bundesstaates kam das öffentliche Leben nach Evakuierungen und Ausgangssperren zum Stillstand. Nach Berechnungen der Meteorlogen dürfte "Georges" in der Nacht zum Samstag das US-Festland treffen und entlang der Golfküste in Richtung Louisiana ziehen.

Fast eine Million Menschen waren aufgefordert, die Küstenregion zu verlassen. Unterdessen kehrten rund 1.000 deutsche Urlauber am Morgen aus dem Hurrikan-Gebiet der Dominikanischen Republik zurück. Viele waren in Schutzräumen im Norden der Insel untergebracht, nachdem die Flughäfen wegen des Sturms geschlossen worden waren.

Der Wirbelsturm näherte sich den Florida Keys mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern. Sein Zentrum sollte die Inselkette im Laufe des Freitags erreichen. Etwa 35.000 Menschen harrten auf den niedrigen, schmalen Keys aus. Sie vernagelten Fenster und zurrten ihre Habseligkeiten fest. Etwa die gleiche Zahl hatte sich auf dem Festland in Sicherheit gebracht, wo Notunterkünfte eingerichtet wurden. Die Behörden sperrten die einzige, über lange Brücken führende Zufahrtstraße.

Notstand ausgerufen

Zwischen Tampa am Golf von Mexiko bis nach Fort Lauderdale an der Atlantikküste wurden etwa 750.000 Menschen dringend aufgerufen, sich ins Landesinnere und in feste Unterkünfte zu begeben. Floridas Gouverneur Lawton Chiles hat für den Süden des Staates den Notstand ausgerufen. 3.000 Mitglieder der Nationalgarde standen für Rettungseinsätze bereit. Die US-Navy ließ eine Reihe von Kriegsschiffen in See stechen, weil das im Sturm für sie weniger gefährlich ist.

Beim Durchzug des Hurrikans durch die Dominikanische Republik sind nach Behördenangaben mindestens 125 Menschen ums Leben gekommen. Die Presse des Landes schätzte die Gesamtzahl der Opfer aufgrund von Zeugenaussagen hingegen auf nahezu 300. Mindestens 250.000 Menschen sollen von dem Unwetter geschädigt worden sein. Der Unternehmerverband schätzte die Sachschäden auf umgerechnet knapp zwei Milliarden Mark.

Touristen heimgekehrt

Drei Condor-Flüge mit rund 800 Passagieren starteten von Puerto Plata und landeten in Frankfurt/Main, Hamburg und München. Zudem brachte ein Hapag-Lloyd-Flug 247 Menschen nach Frankfurt. Freunde und Verwandte nahmen die sturmgebeutelten Touristen erleichtert in Empfang. Am Nachmittag sollte auch der bisher geschlossene Flughafen von Punta Cana wieder für Starts freigegeben werden, teilte Condor- Sprecher Herbert Euler in Kelsterbach mit. Eine Condor-Maschine werde danach deutsche Urlauber nach Leipzig fliegen. "Zum Wochenende wird sich der Flugverkehr bei uns normalisieren", sagte Euler.

In Kuba wurden nach Angaben des Zivilschutzes am Donnerstag zwei Menschen getötet und 3.000 Wohnhäuser beschädigt oder zerstört. Außerdem habe "Georges" im Osten des Landes beträchtliche Schäden in der Landwirtschaft angerichtet.

dpa - Foto: AP
Gešndert am 25. September 1998 17:43 von aj
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