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Vom Vortag: 22. Ironman auf Hawaii: "Kampfsau" Leder rettet Ehre


"Eisenmann" Leder will olympische Medaille

"Deutschen sollen sich anschnallen"

Kailua-Kona - Dem Paukenschlag auf Hawaii ließ "Eisenmann" Lothar Leder die olympische Kampfansage folgen. "Die deutschen Athleten sollen sich warm anziehen. Die fahren von einem Trainingslager ins andere und reißen doch nichts. Ab sofort bereite ich mich nur noch konsequent auf die Kurzdistanz vor. Das war mein letzter Ironman vor den Olympischen Spielen. In Sydney will ich eine Medaille gewinnen", tönte der 27 Jahre alte Darmstädter nach seinem dritten Platz beim legendären Ironman in Kailua-Kona.

Gemeinsame Freude: Leder mit Baby.    
Ausgerechnet Leder will der zuletzt arg gebeutelten Deutschen Triathlon-Union (DTU) bei der olympischen Triathlon-Premiere 2000 einen Erfolg über die Kurzdistanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen bescheren. "Wenn du Druck hast, bist du auf kurz oder lang gut", behauptet Leder, der 1996 beim Ironman in Roth als erster Triathlet unter der Acht-Stunden-Marke (7:57:02) blieb.

"Unser Mann für Olympia"

Bundestrainer Reinhold Häußlein freute sich über den Entschluß: "Lothar ist unser Mann für Olympia. Er hat Riesenpotential. Ich traue ihm einen Platz in den Top Fünf zu." Davon konnte der Nachfolger des geschaßten Steffen Große bisher nur träumen. Bei der Weltmeisterschaft in Lausanne Ende August versagten die deutschen Ausdauer-Athleten auf der ganzen Linie und belegten die katastrophalen Plätze 31 (Arnd Schomburg/Hannover), 46 (Stephan Vuckovic/Witten) und 51 (Markus Forster/Riederau). Der WM-Dritte von 1994 und 1995, Ralf Eggert aus Hannover, gab sogar auf.

"Wir sind jetzt da angelangt, wo wir vor zehn Jahren angefangen haben. Weiter runter geht's nicht mehr", sagt Häußlein, der von seinen Schützlingen mehr Engagement im Training erwartet: "Die Grundeinstellung muß sich ändern." Auch da soll Leder Vorbild für die WM-Versager sein. Der frischgebackene Vater einer acht Wochen alten Tochter ist dafür bekannt, daß er seine eigene Linie konsequent durchzieht. Vor Hawaii hat er sich allein in den Savoyer Alpen gequält - mit Erfolg.

Training mit der Freundin

Ähnliches hat er in den kommenden zwei Jahren bis Sydney vor. "Ich werde 1999 die komplette Weltcup-Serie mitmachen, um Punkte für Olympia zu sammeln. Zudem werde ich im Winter fünf bis sechs Monate nach Australien gehen und dort trainieren", kündigte Leder (Spitzname: Kampfsau) bereits an. Auch mit der DTU will Leder, eigentlich als Eigenbrötler bekannt, wieder kooperieren: "Ich verstehe mich gut mit dem Bundestrainer und bin froh, daß es jetzt im Verband so läuft."

Jeweils eine Minute im Schwimmen und im Laufen will Leder noch gutmachen. Ende Juli triumphierte der talentierteste deutsche Triathlet bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Darmstadt bereits in in der guten Zeit von 1:48:08. Hilfe auf dem Weg nach "Downunder" bekommt Leder von seiner Lebensgefährtin Nicole Mertes, ebenfalls Triathletin. Leder: "Sie steigt auch wieder ein. Wir trainieren zusammen." Womöglich starten sie auch gemeinsam in Sydney.

Jörg Kottmeier, sid - Foto: AP
Geändert am 5. Oktober 1998 15:03 von jp
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