"Der dritte Weltkrieg" als Dokumentation aus der ZukunftEine Simulation des Todes Bonn - Fast zehn Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts will das ZDF eine Antwort auf eine oft gestellte Frage geben: Was wäre passiert, wenn 1990 der sowjetische Präsident Michail Gorbatschow gestürzt worden wäre und ein skrupelloser russischer General die Macht an sich gerissen hätte? Die Antwort ist eine Horrorvision: Ein blutiger Krieg zwischen Nato und Warschauer Pakt, der in einem Atomschlag der beiden Supermächte endet. Das ist zumindest die laut ZDF "sehr realistische" Erkenntnis der deutsch-amerikanischen Filmproduktion "Der dritte Weltkrieg", die der Sender am 1. Dezember um 20.15 Uhr ausstrahlen wird.
Präsentation im Regierungsbunker 100 Meter unter der Erde
Was dabei herauskam, soll bei den Zuschauern für Beklemmung sorgen: "Es ist eine Simulation, die zeigt, was uns erspart geblieben ist", sagte Guido Knopp, Leiter der ZDF-Redaktion Geschichte. Für die Premiere hatte sich das ZDF einen passenden Ort ausgesucht: Den ehemaligen Regierungsbunker im Eifeldörfchen Marienthal, in den sich im Kriegsfall Bundesregierung und Bundestag zurückgezogen hätten - 100 Meter unter der Erde.
"Es hätte sich alles so abspielen können"In "Der Dritte Weltkrieg" kommt der fiktive russische General Wladimir Soschkin 1990 an die Macht und steuert die Sowjetunion auf Konfrontation. Die Revolutionen in Osteuropa werden blutig niedergeschlagen, Berlin wird von den Sowjets blockiert. Der Westen ist entsetzt und droht mit Krieg. Soschkin ist der erste, der in Panik auf den Roten Knopf drückt.
"Besser schätzen, was der friedliche Wandel gebracht hat"Damit soll der Film so wirklichkeitsnah sein, daß dem Zuschauer angst und bange wird. "Vielleicht kann der Film dazu beitragen, daß wir dankbar sind und besser schätzen, was der friedliche Wandel gebracht hat", sagt ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser. Auf die Darstellung von einzelnen Schicksalen haben Stone und Helm bewußt verzichtet - das vermeintlich Dokumentarische sollte im Mittelpunkt stehen. "In einem Krieg hätte es wohl niemanden mehr gegeben, der darüber mit der Kamera berichten kann", sagt Helm. Und daher könne dem Film auch nicht vorgeworfen werden, nur eine reine Kriegsdarstellung zu sein.Bert Fröndhoff, AP
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| Geändert am 23. Oktober 1998 14:03 von to | |||||