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Macher und Malocher:

Die Männer hinter Schumacher

Hamburg - Das finale Duell der Piloten Michael Schumacher und Mika Häkkinen entscheidet am 1. November im japanischen Suzuka die Weltmeisterschaft. Doch die Formel 1 ist ein Teamsport, und die Stars im Cockpit müssen sich rund um die Uhr auf ihre Mannschaft verlassen können: Der Kerpener Schumacher auf sein Ferrari-Team, der Finne Häkkinen auf die englisch-deutsche Crew von McLaren-Mercedes. Macher und Malocher - die Männer hinter den beiden Titelkandidaten:

FERRARI:

Fahrer: Michael Schumacher und Eddie Irvine
Angestellte: rund 450
Jahresbudget: etwa 200 Millionen Dollar (geschätzt)
Sportdirektor/Rennleiter: Jean Todt Der 1,60 m kleine Franzose aus Pierrefort ist seit 1993 der Herrscher (Spitzname "Napoleon") über das Formel-1-Team Scuderia Ferrari. Erst in diesem Jahr hat der 52 Jahre alte Workoholic und Perfektionist seinen Vertrag verlängert. Er brachte Ordnung in die Reihen der "Roten" und baute in fünf Jahren ein leistungsfähiges Top-Team auf. Todt holte den zweifachen Weltmeister Schumacher, verpflichtete die besten verfügbaren Ingenieure und Techniker. Sein Lebensziel soll am Sonntag in Erfüllung gehen: Der WM-Titel für Ferrari!
Technischer Direktor: Ross Brawn Der behäbige und unscheinbare Engländer kam 1997 vor allem auf Drängen Schumachers nach Maranello. Er hatte 1994 und 1995 die Benetton-Boliden konstruiert, mit denen der Deutsche Weltmeister wurde. "Superhirn" Brawn, der auch als genialer Rennstratege gilt, koordiniert die Arbeit der sieben technischen Hauptabteilungen.
Motorenchef: Paolo Martinelli Schon seit über 20 Jahren bei Ferrari. Der heute 46jährige aus Modena begann in der Motorenentwicklung für Serienwagen und wurde 1994 von Todt ins Team geholt. Martinelli ist der "Vater" des neuen Zehnzylinder-Triebwerks, das in dieser Saison in 15 Rennen erst ein einziges Mal (Schumacher/Melbourne) streikte.
Chefdesigner: Rory Byrne: Kam im Februar 1997 von Benetton. Der Ire gilt als Aerodynamik-Genie, leitet 30 Mitarbeiter an und hat seit diesem Jahr mit dem neuen Windkanal in Maranello seine wertvollste technische Trumpfkarte.
Chefmechaniker für Schumachers Auto: Gianni Petterlini Der 36jährige Italiener ist für alle Arbeiten am F300 verantwortlich und koordiniert die Arbeit der Mechaniker.

Persönlicher Bereich:
Manager: Wilhelm F. (Willi) Weber: Der umtriebige und clevere Vermarkter managt Schumacher seit 1988. Mit Hilfe des Stuttgarter Verhandlungs- und Sponsoring-Profis, der unter anderem auch Top-Model Claudia Schiffer unter Vertrag hat, avancierte der Kerpener zum absoluten Spitzenverdiener der Formel 1 und im Profisport in Europa ohnehin. Etwa 250 Millionen Mark soll Schumacher in seiner Karriere schon verdient haben. Weber ist mit 20 Prozent an allen Einnahmen beteiligt; allein mit der "Michael Schumacher Collection" setzt er fast 100 Millionen Mark um.
Pressesprecher: Heiner Buchinger Der Stuttgarter ist scheinbar durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Buchinger besetzt als Stimme und Sprachrohr Schumachers eine sensible Schnittstelle im Umfeld des zweifachen Weltmeisters. Er koordiniert weltweit alle Medientermine, vermittelt Interviews, ist rund um die Uhr ansprechbar, kompetent und auskunftsbereit. Der frühere Motorsport-Journalist war u.a. Chefredakteur von "Sport Auto".
Physiotherapeut Balbir Singh: Der gebürtige Inder mit Wohnsitz in Deutschland betreut Schumacher an Grand-Prix-Wochenenden und bei allen Testfahrten rund um die Uhr. Seit drei Jahren schätzt der Ferrari-Pilot die Zuverlässigkeit seines Fitmachers - vor allem aber dessen Massagen nach anstrengenden Tagen.

Die Männer hinter Häkkinen


McLAREN-MERCEDES:

Fahrer: Mika Häkkinen und David Coulthard
Angestellte: 250 bei McLaren, 320 im Ilmor-Motorenwerk
Jahresbudget: rund 100 Millionen Dollar (geschätzt)
Teamchef McLaren: Ron Dennis Der wortkarge, schüchterne Engländer gilt als eigenwillig, unnahbar und arrogant, aber auch als einer der erfahrensten und cleversten Teamchefs der Branche. Schon als 19jähriger schraubte Dennis im Cooper-Team, übernahm 1980 McLaren. Sechsmal gewann der 50jährige den Konstrukteurs-Titel. Nach langer Durststrecke (seit 1991) ist in diesem Jahr die Nummer sieben fällig.
Motorsportchef Mercedes: Norbert Haug Der gewichtige Schwabe gilt als die Seele und der "Motor" seines Teams. Nach Erfolgen läßt Haug gern mal Korken oder Sprüche knallen. Seit dem 1. Oktober 1990 ist der 45jährige für alle Motorsport- Aktivitäten im Hause Mercedes verantwortlich. Der gelernte Journalist bildet mit Dennis das Führungsduo des englisch-schwäbischen Teams.
Technischer Direktor: Adrian Newey Kongenialer Gegenspieler von Ross Brawn und Rory Byrne (Ferrari). Dennis kaufte den Engländer aus dem bis 1999 laufenden Williams-Vertrag heraus. Seit dem 1. August 1997 ist der 39jährige Technik-Chef. Er verlieh dem Silberpfeil (neue) Flügel und machte den MP 4-13 zum schnellsten Auto im Feld. Neben Motor-Guru Mario Illien und den Bridgestone-Reifen gilt der Stardesigner als dritte treibende Kraft für den Höhenflug der McLaren-Mercedes.
Motoren-Entwicklungschef: Mario Illien Der 49 Jahre alte Schweizer aus Chur konstruierte den bisher wohl besten Formel-1-Zehnzylinder. Das Triebwerk FO 110G gilt als das leichteste und mit knapp 800 PS zugleich als das stärkste der Branche. Rund 320 Spezialisten tüftelten unter Illiens Regie im englischen Brixworth an dem Wundermotor, der aus fast 6 000 Einzelteilen besteht. Der Familienvater und "Naturbursche" entspannt sich beim Skifahren, Windsurfen oder Tauchen.
Chefmechaniker: Mark Slade Der Brite ist der "Herr der Schrauben" an Häkkinens Silberpfeil. Hat erheblichen Anteil an der Zuverlässigkeit des Autos.

Persönlicher Bereich:
Manager:
Keke Rosberg Häkkinens Landsmann wurde 1982 erster und bisher einziger finnischer Formel-1-Weltmeister, obwohl er nur einen Saisonsieg landete. Der 49jährige gilt als Entdecker, Förderer und Freund des WM- Spitzenreiters. Seit zehn Jahren wird Häkkinen vom fünfmaligen Grand-Prix-Gewinner gemanagt. Rosberg hat ausgezeichnete Beziehungen zu Teamchefs und Sponsoren.
Presse-Koordinator und Berater: Didier Coton Der "zweite Manager" kümmert sich vor allem um die Medienkontakte, er berät und umsorgt Häkkinen aber auch und hält dem Finnen den Rücken frei. Coton (39) ist in Dakar/Senegal geboren und hat einen belgischen Paß. Manchmal muß er Presse-Statements seines Schützlings aufbereiten oder "nachpolieren".
Physiotherapeut: Mark Arnall Der Engländer pflegt und massiert Körper und Seele. Für Häkkinen und seinen Teamkollegen Coulthard unverzichtbar.

Ralf Jarkowski, dpa
Geändert am 27. Oktober 1998 15:49 von jp
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