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. . . Schröder zum Kanzler gewählt

Erster Gratulant: Kohl bei Nachfolger Schröder.

27 Mitglieder enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Dies entspricht einer Zustimmung von 52,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit erhielt Schröder 16 Stimmen mehr als für den ersten Wahlgang erforderlich. Notwendig war die absolute Mehrheit von mindestens 335 Stimmen der insgesamt 669 Abgeordneten. SPD und Grüne verfügen zusammen über 345 Stimmen. Die Opposition aus Union, FDP und PDS hat insgesamt 324 Stimmen.

Mindestens sieben Parlamentarier aus der Opposition haben für den Sozialdemokraten gestimmt. Drei Abgeordnete fehlten entschuldigt, zwei von der Union sowie der Grüne Oswald Metzger. Die meisten der 36 PDS-Abgeordneten hatten angekündigt, sich zu enthalten, einige wollten gegen ihn stimmen. Schröder wollte nicht spekulieren, woher die zusätzlichen Stimmen gekommen seien.

Lauter Jubel und Bravo-Rufe

Als Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) um 11.55 Uhr das klare Ergebnis bekanntgab, reagierten SPD und Grünen mit lautem Jubel und Bravo-Rufen. Erster Gratulant aus der alten Regierung war Schröders Vorgänger Helmut Kohl. Er meinte, mit dem Stimmenergebnis für seinen Nachfolger sei zu rechnen gewesen.

Herzog: "Deutschland braucht Reformen"

Herzog erklärte bei der Übergabe der Ernennungsurkunde vor der Vereidigung Schröders im Bundestag, die neue Regierung werde von großen Erwartungen begleitet. Er wünsche ihr den Mut, notwendige Veränderungen anzupacken. "Deutschland braucht Reformen, und für manche haben wir nicht allzuviel Zeit. Die Welt wartet nicht auf uns", mahnte Herzog. Angesichts der weltweiten Umbrüche sei auch Deutschland keine "Insel der Seligen". Er erinnerte daran, daß viele Grundprinzipien zwischen allen demokratischen Parteien unumstritten seien. Dies gelte besonders für das Vertrauen der Welt in die feste Orientierung der deutschen Außenpolitik. Schröder erwiderte, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Herzog.

Vereidigung der 15 Minister

Der Kanzler und seine Minister

Nach der Vereidigung Schröders stand auch die offizielle Ernennung und anschließende Vereidigung der 15 Minister des ersten rot-grünen Bundeskabinetts an. Bei der Kabinettssitzung sollten auch die künftigen Zuschnitte der Ministerien festgelegt werden. Der künftige Finanzminister Oskar Lafontaine trat am Dienstag vom Amt des saarländischen Ministerpräsidenten zurück. Sein Nachfolger soll der saarländische SPD-Landesvorsitzende Reinhard Klimmt werden.

Im Kabinett Schröder sind 15 Bundesminister für 14 Ressorts verantwortlich. Bodo Hombach hat als Kanzleramtsminister kein klassisches Ministerium. Zehn Ressorts werden von SPD-Politikern geführt, drei von Bündnis 90/Die Grünen und ein Ressort, das Wirtschaftsministerium, von dem parteilosen Werner Müller, der aber für die SPD ins Kabinett einzieht.

Die Regierungsliste:

Foto von oben links im Uhrzeigersinn:

  • Bundeskanzler: Gerhard Schröder (SPD)
  • Finanzen: Oskar Lafontaine (SPD)
  • Auswärtiges: Joschka Fischer (Grüne)
  • Verteidigung: Rudolf Scharping (SPD)
  • Umwelt: Jürgen Trittin (Grüne)
  • Innen: Otto Schily (SPD)
  • Justiz: Herta Däubler-Gmelin (SPD)
  • Bau und Verkehr: Franz Müntefering (SPD)
  • Wirtschaft: Werner Müller (parteilos)
  • Bildung und Forschung: Edelgard Bulmahn (SPD)
  • Landwirtschaft: Karl-Heinz Funke (SPD)
  • Familie: Christine Bergmann (SPD)
  • Entwicklungshilfe: Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD)
  • Gesundheit: Andrea Fischer (Grüne)
  • Arbeit: Walter Riester (SPD)
  • Kanzleramt: Bodo Hombach (SPD)
    dpa - Foto: Archiv
  • Geändert am 27. Oktober 1998 17:44 von aj
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