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Achtelfinale um den DFB-Pokal

Ristics Paukenschlag

 Verschoß den entscheidenden Elfmeter:
 Fabian Ernst.

Düsseldorf - Für den größten Pau-
kenschlag im Achtelfinale des DFB-Pokals sorgte Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen dank Trainer-Fuchs Aleksandar Ristic gegen den Hamburger SV. Mit dem 4:3 im Elfmeterschießen wurde der Triumph gegen den hanseatischen Alt-Meister, der in 120 Minuten Spielzeit gegen den letztjährigen Amateurklub nur ein 3:3 (3:3, 1:2) erreicht hatte, perfekt gemacht.

"Der Sieg ist keine Genugtuung. Ich habe keine Ressentiments gegen meine früheren Arbeitgeber, auch gegen den HSV nicht", meinte der kürzlich ins Profi-Geschäft zurückgekehrte RWO-Coach und frühere HSV-Assistenztrainer "Aleks" Ristic, unter dessen Regie das abstiegsgefährdete Team vom Niederrhein in vier Spielen noch ungeschlagen ist.

Pagelsdorf spart nicht an Kritik

"Man hätte auf dem schweren Boden mit einfacheren Mitteln agieren müssen. Das hat uns RWO vorgemacht", bemängelte HSV-Trainer Frank Pagelsdorf die Spielweise seiner Mannschaft, die schon in der regulären Spielzeit mit 1:3 zurückgelegen hatte. Nach dem unerwarteten K.o. wußten die HSV-Profis wieder Bescheid: Der Pokal hat eben seinen eigenen Gesetze. Drei andere Bundesligisten schafften aber am Dienstag abend den Einzug in das Viertelfinale (1./2. Dezember).

Borussia Mönchengladbach nahm beim VfL Bochum mit 1:0 (1:0) erfolgreich Revanche für die Bundesliga-Niederlage vom Samstag. Der VfL Wolfsburg besiegte Zweitligist Arminia Bielefeld mit 3:1 (1:1), und der VfB Stuttgart warf mit einem 3:1 (0:0) Borussia Dortmund aus dem Cup-Wettbewerb. Sturmtief "Winnie" und ein junger, frischer Wirbelwind namens Timo Rost lösten bei den Schwaben ein Pokal-Hoch aus. Wie der gleichnamige herbstliche Orkan war Trainer Winfried Schäfer durch die müde Mannschaft gefegt und hatte einigen seiner Schützlinge die Meinung gesagt. Mit Erfolg: Das VfB-Team kam nach einer "Energieleistung zum Schluß", so Fredi Bobic, in den letzten 20 Minuten zum Erfolg und hielt Kurs auf den Finalort Berlin.

Skibbe kritisiert Häßler

Talentspäher Schäfers jüngste Neuentdeckung Rost (Foto) mit seinen ersten VfB-Treffern (84./86.) und davor Jonathan Akpoborie (73.) sorgten für den dritten Viertelfinal-Einzug der Stuttgarter in Folge. Dagegen haben die Westfalen ihren Pokal-Nimbus eingebüßt. Dem derzeitigen Tabellen-Achten - noch amtierender Weltpokalsieger - bleibt nur noch die Bundesliga, um am Saisonende einen Platz im internationalen Pokalgeschäft zu erreichen. "Bis auf die Manndecker Kohler und Nijhuis sowie Freund hat sich keiner durchsetzen können", kritisierte BVB-Trainer Michael Skibbe indirekt auch Thomas Häßler, dem in der Schlußminute per Elfmeter noch der Ehrentreffer gelungen war.

Der für den wegen einer Bauchmuskel-Nervenentzündung ausgefallenen Andreas Möller erstmals Regie führende Ex-Nationalspieler blieb blaß. Kohler meinte frustriert: "Das war wieder so ein Tag, an dem wir besser zuhause geblieben wären." Derweil forderte Schäfer vor den richtungsweisenden Partien gegen den VfL Bochum und beim FC Brügge von seinen Spielern: "Jetzt müssen sie sich gegen das Vorurteil wehren, daß beim VfB auf ein gutes ein schlechtes Spiel folgt."

Unruhe in Mönchengladbach bleibt

In Mönchengladbach konnte auch der erste Sieg seit sechs Wochen die Wogen nicht glätten. Ungeachtet des 1:0-Erfolges in Bochum demonstriert die Vereinspitze weiterhin Härte. "Wir machen so etwas nicht aus dem Bauch heraus und werden diese Entscheidung nicht zurücknehmen", sagte Manager Rolf Rüssmann zur geplanten Ausmusterung von Spielmacher Karl-Heinz Pflipsen des zum Manndecker unfunktionierten Marcel Witeczek. Obwohl die beiden am Bökelberg in Ungnade gefallenen Profis wie schon bei der unglücklichen 1:2- Niederlage drei Tage zuvor abermals zu den besten Spielern gehörten, scheint keine Versöhnung in Sicht. Vergrößert werden die Sorgen der Borussen noch durch Verletzungen: Pflipsen laboriert an einer Rückenprellung, Peter Wynhoff und Witeczek zogen sich Adduktorenzerrungen zu. Ihr Einsatz gegen Leverkusen steht in Frage.

In Wolfsburg, das das Siegen wieder lernt, war Roy Präger der gefeierte Spieler. In der Bundesliga wartet der kleine Torjäger seit langem auf einen Treffer, gegen Bielefeld erzielte er die Führung und war für das 2:1 verantwortlich, bei dem der Armine Boy den Ball ins eigene Netz lenkte.

Gregor Derichs, dpa - Fotos: dpa, Reuters
Geändert am 28. Oktober 1998 13:35 von jp
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