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. . . "Cool, cooler, am coolsten"

"Da kommen keine besonderen Emotionen mehr hoch. Ich verspüre keinen Druck und fühle mich ziemlich ausgeglichen", versicherte Ferrari-Star Schumacher vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag (Start: 05.00 Uhr MEZ/live bei RTL und DF1). Der 29 Jahre alte Kerpener peilt seinen dritten Titel an, Silberpfeil-Pilot und WM-Spitzenreiter Häkkinen greift erstmals nach der Krone. "Das ist eine völlig neue Situation für mich", meinte der 30jährige Finne. "Aber ich mache mir bis Sonntag nicht noch selber Druck. Wenn ich mich zu sehr auf das Rennen konzentriere, dann werde ich vielleicht nervös", begründete der Skandinavier seine mentale Lässigkeit.

"Schumi" muß fünf Zähler gutmachen

Daß der Nordländer die WM-Krone zum zweiten Mal nach 1982 (Keke Rosberg) nach Suomi entführen will, daraus macht er überhaupt kein Geheimnis. Aber auch Schumacher hat nur dieses eine Ziel. "Ich will den Sieg und den Weltmeister-Titel. Ganz sicher. Und ich glaube, wir haben hier eine gute Chance", erklärte der Silberpfeil-Jäger, dem auf der "Achterbahn" von Suzuka selbst sein 34. Grand-Prix-Sieg nicht reicht, wenn der Finne hinter ihm Zweiter wird. Als er seinen Ferrari im Brustton der Überzeugung "das bessere Auto" nannte, zeigte McLaren-Mercedes-Mann Häkkinen endlich mal eine Regung, drehte sich zu Schumacher um, und meinte mit seinem typischen Lausbuben-Grinsen: "Das sehe ich anders."

Wegen des Punktevorteils von 90:86 für Häkkinen muß der Deutsche beim "Showdown" in Fernost unbedingt fünf Zähler gutmachen, um zum dritten Mal nach 1994 und 1995 Weltmeister zu werden. "Ich habe ein gutes Gefühl, daß ich gewinnen kann", meinte Schumacher, der Ferrari erstmals nach 19 Jahren wieder einen Fahrer-Titel bescheren möchte. Einen Tanz auf des Messers Schneide befürchtet der Steuerkünstler mit Wohnsitz in der Schweiz allerdings nicht. Schumacher: "Ich bin mir sicher, daß Mika nicht den direkten Zweikampf suchen wird. Er kann auch Zweiter werden, das reicht ihm schon."

Zu Adjutanten reduziert: Irvine und Coulthard

Als die beiden WM-Kandidaten schließlich den guten Teamgeist beschworen, kamen auch ihre "Adjutanten" Eddie Irvine und David Coulthard ins Spiel. Irvine könnte die Rolle des "Manndeckers" zufallen, wenn sein Ferrari-Kollege vorn wegfährt. Der Nordire will alles tun, um Zweiter zu werden und Schumacher zu helfen - nur wie? "Das hängt von so vielen Faktoren ab. Entscheidend ist, wer auf welchem Startplatz steht. Aber schon in der ersten Kurve kann sich alles wieder ändern", sagte Irvine und gab sich kämpferisch: "Wir haben nichts zu verlieren."

Ist doch klar, wer hier der Herr im Haus ist...  

Das sieht auch Teamkollege Schumacher so, der zusätzlich auf Irvines "Heimvorteil" baut. Der Brite fuhr drei Jahre in der japanischen Formel-3000-Meisterschaft und könnte den schnellen Kurs mit geschlossenen Augen abfahren. "Suzuka ist sicher ein Vorteil für mich, weil Eddie hier sehr schnell ist. Das ist für mich sicherlich hilfreich", meinte Schumacher mit gespielter Zurückhaltung.

Ein Rheinländer in Suzuka

Eines wird es für den Rheinländer in Suzuka auf keinen Fall geben: "Späte Rache" für Macau 1990, worüber japanische Zeitungen genüßlich spekulierten. Gemeint ist der Formel-3-Klassiker in der portugiesischen Kolonie, wo sich die beiden Talente vor acht Jahren duellierten. "Er ist mir schon in den Koffer reingefahren, ohne daß ich vom Gas gegangen bin oder gebremst habe", erinnerte Schumacher an die umstrittene Situation. Der Finne hatte damals den sicheren Sieg bei einem völlig unnötigen Überholversuch in der letzten Runde noch verschenkt. Nun schmunzelte auch "Schumi", der damals gewonnen hatte und schon deshalb keine Rachegelüste haben kann: "Ich hoffe, der Mika macht hier das gleiche. Da hätte ich kein Problem mit..."
Ralf Jarbowski, dpa - Fotos: Reuters, AP

Geändert am 29. Oktober 1998 12:41 von ar
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