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  • Kiefer und Haas: Zwei Kronprinzen treten auf der Stelle
  • Aus gegen Ivanisevic

    Becker verliert Tie-Break-Krimi

    Stuttgart - Goran Ivanisevic hat das kurze "Boris-Becker- Revivel" in Stuttgart beendet. Mit der Macht seines Aufschlags zerstörte der kroatische Linkshänder bei dem mit 2,45 Millionen Dollar dotierten Super-9-Turnier die aufkeimenden Hoffnungen des dreimaligen Wimbledon-Siegers, als Teilzeit-Profi ohne besondere Match-Praxis die komplett vertretene Weltelite aufzumischen.

    "Ich bin keineswesgs traurig": Boris Becker.   

    Becker durfte sich allerdings als ausgesprochener Pechvogel fühlen, denn in beiden Sätzen zog er erst im Tiebreak den kürzeren und verlor so nach 90 Minuten mit 6:7 (5:7), 6:7 (5:7) denkbar knapp.

    Zwei Satzbälle abgewehrt

    "Ich bin keineswegs traurig, ich habe das gespielt, was ich konnte", sagte Becker, der sich aber zumindest ärgerte: "Ich hätte es schon verdient gehabt, einen der zwei Tiebreaks zu gewinnen. Da hatte es nichts mit fehlender Spielpraxis zu tun, sondern mehr mit Glück und Pech." In den kommenden beiden Wochen will er in Paris und Stockholm erneut sein Glück versuchen: "Ich hoffe, daß ich jedesmal besser spiele. Ich würde natürlich gerne nochmal ein Turnier gewinnen. Hier war ich nicht weit Weg von der Spitze."

    Vor rund 6.000 Zuschauern in der Schleyer-Halle stemmte sich Becker mit aller Macht gegen das Unheil, das bei Ivanisevic wie in den 18 vorangegangenen Duellen durch dessen Aufschlag drohte. Allerdings war es ein Doppelfehler des Kroaten, der Becker nach einem Fehlstart (0:3, 2:5) im ersten Satz das Rebreak zum 4:5 eintrug. Im Tiebreak spitzte sich das Aufschlag-Duell zu. Becker wehrte beim Stande von 3:6 die ersten zwei Satzbälle nervenstark mit Assen ab. Aber Ivanisevic ließ sich davon nicht beeindrucken. Beckers Asse toppte er bei Satzball Nummer drei ebenfalls mit einem As.

    Lange Ballwechsel Mangelware

     Triumphierender Sieger: Goran Ivanisevic.

    Lange Ballwechsel blieben auch im zweiten Satz Mangelware. Keinem Spieler gelang ein Break, weil Becker mit letztem Einsatz kämpfte, alle Reserven mobilisierte und im neunten Spiel trotz 0:40 seinen Aufschlag halten konnte. Wieder mußte der Tiebreak entscheiden, in dem der 30jährige Deutsche seine Chancen allerdings nicht nutzen konnte. Statt dessen verwandelte Ivanisevic seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Passierschlag. Wie eng die Partie war, belegte die Statistik: 81:81 hieß es nach insgesamt 162 Ballwechseln, mit 17:16 Assen lag Ivanisevic auch nur knapp vor Becker, für den sein letzter Sieg gegen Ivanisevic im Dezember 1996 beim Grand Slam Cup in München zugleich sein 49. und bis heute letzter Turniersieg war.

    Krajicek fegte Agassi vom Platz

    Richard Krajicek hatte schon vor der Becker-Niederlage die Hoffnungen auf einen Viertelfinal-Klassiker zwischen dem 30jährigen Deutschen und Andre Agassi (USA) zerstört. Der Vorjahresfinalist aus den Niederlanden besiegte den Weltranglisten-Fünften mit 6:3, 6:4. Krajicek benötigte für seinen Sieg nur 58 Minuten und demoralisierte Agassi - wie Ivanisevic Becker - mit seinen Aufschlägen. "Wenn er so aufschlägt wie heute, ist es wahnsinnig schwierig. Du findest überhaupt keinen Rhythmus", sagte der enttäuschte Amerikaner.

    Motiviert ins Viertelfinale: Richard Krajicek.  

    Krajicek sammelte wie Ivanisevic mit seinem Sieg wertvolle Punkte im Bemühen um einen der noch zwei freien Startplätze bei der ATP- Weltmeisterschaft im kommenden Monat. Das galt auch für Jewgeni Kafelnikow aus Rußland, der Todd Martin (USA) mit 6:4, 7:5 bezwang. Bangen um seine Teilnahme in Hannover muß dagegen wieder der Brite Tim Henman, der gegen den Weltranglisten-50. Jan-Michael Gambill aus den USA 6:7 (2:7), 6:1, 6:7 (5:7) verlor.

    Agassis Warten auf den Sieg

    Andre Agassi hat sich schon für das Saisonfinale der acht besten Spieler des Jahres qualifiziert. Doch bei seinem großartigen Comeback mit dem Aufstieg von Ranglisten-Position 141 am Ende des vergangenen Jahres zurück auf Platz fünf, fehlt ihm nach wie vor ein großer Sieg. "Ich will große Turniere gewinnen, das ist das wichtigste für mich", betonte Agassi. Zwar hat er insgesamt fünf Turniere in diesem Jahr gewonnen, zuletzt am vergangenen Sonntag in Ostrau, aber bei den Grand Slams und den Super-9-Turnieren wie das in Stuttgart ging er jeweils leer aus.
    Klaus Bergmann, dpa - Fotos: AP

    Geändert am 29. Oktober 1998 17:56 von ar
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