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Onkel gesteht Mord an Jennifer

Angeklagter brach vor Gericht zusammen - Sexuelle Nötigung

Bielefeld - Unter starken Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag in Bielefeld der Prozeß wegen des Sexualmords an der elf Jahre alten Jennifer begonnen. Der angeklagte 26jährige Onkel des Mädchens, Juan-Carlos P., brach nach Verlesung der Anklageschrift im Schwurgerichtssaal des Bielefelder Landgerichts zusammen. Staatsanwalt Hans-Dieter Heitbrede warf dem Mann vor, am 13. Januar dieses Jahres im westfälischen Versmold das Mädchen in sein Auto gelockt und dort unsittlich berührt zu haben. Als Jennifer sich wehrte und flüchtete, habe er sie erwürgt und ihr die Kehle durchgeschnitten, um die versuchte sexuelle Nötigung zu vertuschen.

Einen Tag später war die Leiche von Spaziergängern im Wald gefunden worden. Vor der Polizei hatte der 26jährige nach seiner Festnahme erklärt, er habe die Elfjährige damals überall streicheln wollen. Das Mädchen habe "Nein, laß das!" gerufen und sei weggelaufen. Zum Prozeßbeginn gestand der Angeklagte: "Das, was mir die Anklage vorwirft, ist richtig."

Mehrfach mußte der Vorsitzende des Schwurgerichts, Richter Friedrich Siepmann, die Verhandlung unterbrechen, um dem weinenden Angeklagten Gelegenheit zu geben, sich zu beruhigen. "Es wird keiner versuchen, sie anzugreifen, weder mit Worten noch mit Taten", versprach der Richter. Seit der Einlieferung in die Untersuchungshaft wird der Mann nach Angaben seines Verteidigers ständig beobachtet. Auch nachts schlafe er bei Licht.

Genetischer Fingerabdruck

Jennifer war am 13. Januar aus dem elterlichen Haus, einem abseits gelegenen Bauernhof im ländlichen Versmold, verschwunden. Trotz einer großangelegten Suchaktion, an der sich über 300 Helfer und sogar Soldaten der britischen Rheinarmee beteiligten, blieb das Mädchen zunächst unauffindbar. Erst tags darauf entdeckten Spaziergängerinnen die teilweise unbekleidete Leiche in der Nähe des Wohnhauses in einer Fichtenschonung.

Zwei Tage später nahm die Polizei den Onkel fest. Zeugen hatten seinen Wagen zur Tatzeit gesehen. Bei der Vernehmung gestand der 26jährige Arbeiter zunächst die Ermordung des Mädchens, bestritt aber den Vorwurf des Sexualdelikts. Im April widerrief er das Geständnis.

Ein aus Spermaspuren an der Kleidung des Kindes gewonnener genetischer Fingerabdruck weist jedoch nach Angaben der Staatsanwaltschaft den Onkel mit größter Wahrscheinlichkeit als Täter aus. Für den Prozeß sind vier Verhandlungstage angesetzt.

AP - Foto: AP
Gešndert am 29. Oktober 1998 14:28 von aj
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