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Konkurrenzdruck bei Ferngesprächen kostet Marktanteile:

Telekom senkt die Preise

Bonn - Unter dem Druck der Konkurrenz will die Deutsche Telekom AG im kommenden Jahr nicht nur die Preise für Ferngepräche drastisch senken, sondern auch Internet-Nutzern einen wesentlich günstigeren Zugang zu Online- Diensten als bisher bieten. Das Unternehmen kündigte am Mittwoch in Bonn "aggressive Tarifsenkungen" an, wollte Einzelheiten aber erst nach Genehmigung der neuen Preise durch die Regulierungsbehörde veröffentlichen.

Aus unternehmensnahen Kreisen wurden aber bereits Details der geplanten Gebührensenkungen bekannt. Danach plant die Telekom im Laufe des nächsten Jahres die Einführung sogenannter Optionstarife. Mit ihnen könnten Online-Nutzer gegen eine geringe Anhebung der monatlichen Grundgebühr die Zugangsrechner zum Internet zu wesentlich günstigeren Verbindungspreisen als den bisher angelegten Ortstarifen des Telekom-Festnetzes erreichen.

Nur noch Orts- und Ferngespräche

Die Telekom räumte zugleich ein, daß ihr Marktanteil an den Ferngesprächen in Deutschland seit Jahresanfang mit der freien Wahl des Telefonanbieters zurückgegangen ist. Nach den bekanntgewordenen Einzelheiten der neuen Tarifstruktur soll es deshalb im kommenden Jahr nur noch die Unterscheidung zwischen Orts- und Ferngesprächen geben, der bisherige Regionaltarif entfällt. Außerdem wird der Tag nicht mehr in drei, sondern ebenfalls nur zwei Preisklassen aufgeteilt, tagsüber sowie abends und am Wochenende. Ein Ferngespräch tagsüber, das bislang mit 56 Pfennig je Minute zu Buche schlägt, soll dann nach den Telekom-Plänen nur noch 24 Pfennig je Minute kosten. In den Abendstunden sinkt der Preis von bislang 32 Pfennig (ab 18.00 Uhr) und 20 Pfennig (ab 21.00 Uhr) auf durchgängig zwölf Pfennig pro Minute.

Zunächst nur für ISDN

Von den niedrigeren Preisen profitieren zunächst nur die Kunden im digitalen ISDN-Netz: Für die Nutzer der derzeit 9,3 Millionen ISDN-Kanäle sollen die neuen Preise vom 1. Januar 1999 an gelten. Die übrigen Kunden im analogen Telefonnetz, mehr als 30 Millionen, müssen voraussichtlich ein paar Monate länger warten, da die Telekom die Umstellung der Vermittlungsstellen für alle 46 Millionen Anschlüsse nur nach und nach vornehmen kann.

Mit der neuen Tarifstruktur kämpft die Telekom darum, bei Ferngesprächen nicht noch mehr Marktanteile zu verlieren. Die billigsten Konkurrenten bieten bislang Ferngespräche tagsüber für 19 und nachts für neun Pfennig je Minute an.

Elektronischer Geschäftsverkehr

Vor allem die Wirtschaft fordert seit langem auch günstigere Internet- Zugänge, um dem elektronischen Geschäftsverkehr zu einem Durchbruch zu verhelfen. Das neue Tarifmodell stehe zwar noch nicht in allen Einzelheiten fest, hieß es bei der Telekom. Die vorgesehenen Abschläge würden aber wesentlich höher ausfallen, als mit den bisherigen Sonderangeboten "CityPlus" und "CityWeekend".
AP, dpa - Montage: red
Gešndert am 28. Oktober 1998 11:41 von aj
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