 |
Zuccheros neue CD "Blue Sugar" - Kein typischer Italiener:
Treu dem Blues allein
Seine Vorliebe für skurrile Hüte und dunkle Sonnenbrillen ist geblieben, musikalisch aber hat sich einiges getan bei Zucchero. Auf seiner neuen Platte "Blue Sugar" sind die Songs des Italo-Rockers mit der Schmirgelstimme rauher geworden als vor drei Jahren bei "Spirito DiVino". Die Rhythmen packen zu, die Gitarren kratzen schärfer.
"'Blue Sugar' ist meine internationalste Scheibe geworden", sagte der 43jährige bei der einzigen Live-Präsentation seiner neuen Platte, die in dieser Woche erschienen ist. "Man sollte die Lieder erst zwei-, dreimal hören, am besten in Ruhe bei einem Glas Wein."
Steve Winwood spielt die Hammondorgel Den süßlichen Sound eines Eros Ramazzotti ("Ich respektiere ihn...") sucht man bei Zucchero vergebens. "Das würde auch nicht zu mir passen, denn wie der klassische Italiener sehe ich nun wirklich nicht aus, eher wie ein unauffälliger Münchner", flachst der Mann mit dem braunen Wuschelkopf, Bart und Bauchansatz. Der Sänger fühlt sich mehr anglo-amerikanischen Blues-Rock-Ikonen verbunden - mit Joe Cocker und Eric Clapton arbeitete er schon früher zusammen, Steve Winwood spielte auf "Blue Sugar" Hammondorgel.
"Amerikaner verbinden italienische Musik nur mit der Oper"Der internationale Anspruch seines neuen Werkes, das hauptsächlich auf den britischen Markt abzielt, zeigt sich auch an den Texten, denn Zucchero singt überwiegend englisch. Mit "Senza una donna" und "Your Love" feierte der Sänger in Großbritannien schon erste Erfolge. Die Italo-Version des Albums erscheint nur in seinem Heimatland und in Frankreich. Auf dem US-Markt dagegen rechnet Zucchero nicht mit schnellen Erfolgen, denn "die Amerikaner verbinden italienische Musik nur mit der Oper".
Im Februar/März 1999 geht der Sänger auf Welttournee und ist neunmal in Deutschland zu hören. "Dann fällt alles noch größer und üppiger aus", verspricht er. "Statt vier bildschöner Streicherinnen werden acht auf der Bühne sein, der Sound meiner Band wird noch ausgefeilter sein."
"Blu", wie Blues, Himmel, Meer - und der jüngste ZuccheroBis dahin will sich Zucchero um seine drei Kinder kümmern. Sein neun Monate alter Junge heißt - ungewöhnlich für einen Italiener - Blu. Zucchero: "Die Farbe Blau ist ein wichtiger Teil meines Lebens, sie steht für die Blues-Musik, aber auch für den Himmel, das Meer und die Hoffnung."
An seinem Land liebt der Lebenskünstler "vor allem das Wetter, die Frauen und das Essen". Überhaupt sieht sich Zucchero als Mann ohne Glamour. "Live-Musik ist für mich die beste Empfehlung, obwohl ich schüchtern bin, daher die Sonnenbrille."
dpa - Foto: dpa
|