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Löscharbeiten auf "Pallas"-Wrack

Bergung zieht sich hin - Abpumpen des Öls erst nächste Woche

Kiel - Die Bergungsarbeiten an dem vor zwei Wochen bei Amrum gestrandeten Frachter "Pallas" ziehen sich weiter hin. Das Öl aus dem Schiff könne nach derzeitigen Stand frühestens Mitte kommender Woche abgepumpt werden, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Kiel mit. Die aus den Niederlanden angeforderte Hubinsel "Barbara" sei vermutlich am Mittwoch einsatzbereit.

Derweil begannen Experten mit Vorarbeiten, um die Schwelbrände an Bord der "Pallas" zu löschen. An der Westküste Schleswig-Holsteins wurden weitere ölverschmierte Vögel angetrieben. Doch habe sich die Lage an den Stränden der nordfriesischen Inseln entspannt, berichtete das Nationalparkamt Wattenmeer.

Aus dem Schiffswrack sind bislang rund 20 Tonnen Öl ausgelaufen. Detlef Hansen vom Nationalparkamt Wattenmeer in Tönning erklärte, mit dem Nachthochwasser seien aber kaum noch neue Ölplacken an den Inseln aufgetaucht. Mehr als 1.000 Vögel sind bisher verendet, ein Seehund mußte erschossen werden. Weitere 15.000 ölverschmierte Vögel treiben nach Angaben des Nationalparkamtes noch in der Nordsee. Hansen sagte, er rechne nicht mit einem Massensterben bei den Seehunden.

Einsatz der Hubinsel

Die rund 600 Tonnen Öl, die sich noch auf dem Holzfrachter befinden, können erst nach dem Löschen der Schwelbrände abgepumpt werden. Dies könnte am Wochenende abgeschlossen werden, sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Claudia Sieg. Niederländische Spezialisten würden versuchen, den Frachter teilweise mit Meerwasser zu fluten. Nach Vorarbeiten am Mittwoch sollen Lasthubschrauber der Bundeswehr bis Donnerstag abend das für die Aktion benötigte Material zum Wrack fliegen. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gebiet um die "Pallas" zum Sperrgebiet erklärt.

In der Nacht zu Donnerstag wurden die Verträge zum Einsatz der Hubinsel unterschrieben, wie Sieg berichtete. Die Plattform werde derzeit im Hafen von Rotterdam ausgerüstet und könne vermutlich am Samstag in die Nordsee geschleppt werden. Bei der "Pallas" soll die Plattform am Montag eintreffen. Zwei weitere Tage werden nach Angaben des Ministeriums gebraucht, um die "Barbara" einsatzbereit zu machen.

Landesregierung räumt Fehler ein

Im politischen Streit über die Verzögerungen der Bergungsaktion räumte die Landesregierung Fehler ein. Ministerpräsidentin Heide Simonis sagte in Kiel, die Einsatzleitungsgruppe des Bundes und der Küstenländer in Cuxhaven habe nicht optimal gearbeitet. Die Landesregierung werde dies analysieren. Umweltminister Rainder Steenblock erklärte im Landtag, die Stelle müsse künftig schneller, besser und professioneller arbeiten. Der Grünen-Politiker forderte "ein neues Sicherheitskonzept für die Deutsche Bucht". Ein Hochseeschlepper wie die "Oceanic" müsse dort dauerhaft stationiert werden. Scharfe Kritik am Krisenmanagement Steenblocks übten CDU und FDP. Der Minister habe versagt und aus Unfähigkeit Hilfsangebote nicht umgesetzt.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin kündigte an, die "Pallas"-Havarie auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz in der kommenden Woche zu setzen. Die Bundesregierung werde einen Bericht über das Unglück abgeben. Auf der Konferenz solle über die Umweltauswirkungen und die Konsequenzen beraten werden.

AP - Fotos: dpa, AP
Gešndert am 12. November 1998 17:16 von aj
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